Welche Rechte habe ich beim Bodenbelag?

Trittschalldämmung vergessen: Mieteigentümer muss Bodenbelag wieder ändern

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27. Juni 2019 - 17:00 Uhr

Urteil in Streit um Trittschalldämmung

Uff, wie ärgerlich! Ein Mönchengladbacher Wohnungseigentümer hatte aus seiner Wohnung den Teppich entfernen und Fliesen legen lassen. Danach lag der Trittschall, also die Lautstärke, beim Laufen, in der Wohnung darunter über der zulässigen Norm von 53 Dezibel. Wie sich herausstellte, fehlt in dem nachträglich ausgebauten Dachgeschoss die Trittschalldämmung. Der Nachbar unter ihm klagte – und bekam nun vom Landgericht Düsseldorf recht: Der Eigentümer der Dachgeschosswohnung muss auf eigene Kosten für neuen Trittschall sorgen. Aber was bedeutet das für sowohl Mieter als auch Eigentümer in Zukunft? Wann darf man seinen Bodenbelag wogegen wechseln?

Diese Rechte und Pflichten haben Eigentümer

Als Eigentümer einer Mietwohnung könnte man denken, dass Änderungen am Boden einem selbst überlassen sind – schließlich geht es um ein Objekt, das einem selbst gehört. Doch wie man an diesem Streit um den Trittschall sieht, ist das nicht uneingeschränkt der Fall. Der Bundesgerichtshof hat im vergangenen Jahr entschieden, dass Wohnungseigentümer auf Nachbarn Rücksicht nehmen und für ausreichenden Schallschutz sorgen müssen.

Doch auch einem Mieter gegenüber haben Eigentümer Pflichten, was den Bodenbelag angeht. Dieser darf nämlich nicht einfach geändert werden, wenn ein Mieter, der in der Wohnung lebt, nicht einverstanden ist – auch wenn es sich um einen hochwertigen Boden handelt, zum Beispiel bei der Aufstockung von Teppichboden zu Parkett. 

Der Vermieter muss dafür sorgen, die Wohnung "in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten", der sich nach dem Zustand richtet, in dem die Wohnung zum Zeitpunkt der Anmietung war.

Diese Rechte und Pflichten haben Mieter

Der Vermieter, dem die Wohnung gehört, darf also während ein Mieter in seiner Wohnung lebt, nicht einfach den Fußbodenbelag ändern. Aber wie sieht es andersrum aus? Auch als Mieter darf man nicht einfach einen Teppichboden gegen Laminat wechseln, oder ähnliches. Beim Auszug kann der Vermieter verlangen, dass die Wohnung in den Originalzustand zurückversetzt wird. Liegt der ursprüngliche Boden dann aber schon längst auf dem Müll, zahlt der Mieter die Erneuerung anteilig nach Abnutzungsjahren selbst.

Am besten ist es, dass alle Parteien Änderungen an der Wohnung besprechen und sich einigen, wer die Kosten bei der Anschaffung und Verlegung, aber auch im Falle eines Auszugs übernimmt. Diese Absprachen sollten immer auch schriftlich festgehalten werden.

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