Verseuchtes Trinkwasser in Brandenburg

„Wir haben 80 siedlungsfähige Keime je 100 Milliliter Wasser gemessen“

Verseuchtes Trinkwasser in Brandenburg kann zur Gefahr für Anwohner werden.
Verseuchtes Trinkwasser in Brandenburg kann zur Gefahr für Anwohner werden.
© picture-alliance/ ZB, Hans Wiedl

05. August 2021 - 13:00 Uhr

Trinkwasser-Drama in der Nähe von Berlin

Seit über sechs Wochen leben Menschen im brandenburgischen Lichtenow, nahe Berlin, ohne sauberes Trinkwasser. Kreissprecher Thomas Berendt zu RTL: "Wir haben 80 siedlungsfähige Keime je 100 Milliliter Wasser gemessen. Es gibt aber eine Null-Toleranz-Grenze."

Heißt im Klartext: Jeder Schluck aus dem Wasserhahn kann zu Übelkeit, Durchfall oder auch Erbrechen führen. Deshalb sollte das Wasser in Haushalten abgekocht werden.

„Wasser für die Zubereitung von Lebensmitteln sollte abgekocht werden“

Entgegen der Annahme erklärt Berendt, dass bisher noch keine Rückmeldungen über Krankheitsfälle eingegangen sind. Generell seien aber eher Kinder und Erkrankte betroffen. "Bei Kerngesunden kann es auch sein, dass gar nichts passiert", so Berendt.

"Wasser für die Zubereitung von Lebensmitteln sollte abgekocht werden. Wer beim Zähneputzen mehr Wasser schluckt, sollte auch vorher abkochen."

Trotz Gefahr: Anwohner bleiben gelassen

Pflegeheime, Restaurants und Kita in der betroffenen Region haben auf RTL-Anfrage die Trinkwasser-Problematik bestätigt. Allerdings seien die Einschränkungen gering. Die "Gaststätte Zur alten Linde" in Rehfelde kann bisher keine Einbußen feststellen. Auch in Kitas und Pflegeheimen ist die Lage entspannt.

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Aber: Schon im Juni hat der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) gefährliche Keime im Trinkwasser festgestellt. In einem Update zur Trinkwasserverkeimung heißt es: "Wir arbeiten nach wie vor mit Hochdruck daran, den betroffenen Bereich in unserem Leitungsnetz zu identifizieren." Daher könne das Wasserwerk noch nicht prognostizieren, wann mit der Freigabe zu rechnen ist. Für Kreissprecher Behrendt beunruhigend: "Was daran ungewöhnlich ist, ist dass die Verunreinigung schon so lange da ist."

Ein Ende der Trinkwasser-Katastrophe ist also noch nicht in Sicht. Inzwischen breiten sich die Krankheitserreger auch auf die Leitungsnetze in Rehfelde, Herzfelde und Hennickendorf aus. (tgr)