Ein Experte klärt auf

Trennungsschmerz: Können Hunde vermissen?

17. September 2019 - 19:10 Uhr

Fühlen Hunde Trennungsschmerz - oder sind sie uns nur gewöhnt?

Hund Bon Bon sprang bei einer Autofahrt aus dem Fenster und ging verschwunden – anschließend wartete er viereinhalb Jahre am Straßenrand, in der Hoffnung, dass sein Frauchen wieder zurückkommt. Der Film "Hachiko" erzählt die rührende Freundschaft eines Professors (Richard Gere) mit seinem Hund, der auch über den Tod des Herrchens hinaus Tag für Tag am Bahnhof auf dessen Wiederkehr wartet. Und wer seinen eigenen Vierbeiner schon mal für einen Urlaub beim Sitter gelassen hat, kennt die riesige Freude, wenn Hund und Besitzer endlich wiedervereint sind. Doch ist das wirklich ein Gefühl des Vermissens, dass der Hund empfindet? Das verrät Hundepsychologe Thomas Riepe im Video.

Woran erkennt man Trennungsschmerz bei Hunden?

Die Symptome scheinen eigentlich eindeutig: Wenn ein geliebtes Herrchen oder Frauchen stirbt, den Hund abgeben muss oder einfach nur länger mal weg ist, wirken manche Hunde abgeschlagen, haben keinen Appetit mehr, winseln. Wir nennen das dann gerne "vermissen" – immerhin ist das eine Emotion, die uns selbst auch bekannt ist. Wie man dem Hund durch den Trennungsschmerz oder beim Verarbeiten eines Traumas helfen kann, erfahren Sie hier.

So bringt man einem Hund bei, auch mal alleine zu bleiben

Aber wo fängt eigentlich Trennungsschmerz an und wann hat ein Hund lediglich Schwierigkeiten damit, allein zu bleiben? So gut wie jeder Hundebesitzer dürfte die große Hürde kennen, wenn der Vierbeiner das erste Mal völlig alleine zu Hause bleiben muss – sei es, weil Herrchen oder Frauchen arbeiten sind, kurz zum Einkaufen fahren oder auch nur den Müll rausbringen.

Der Hund muss erst einmal lernen, dass das Alleinsein kein Dauerzustand ist. Dafür muss man als Besitzer eine Menge Geduld aufbringen und sich schrittweise annähern. Lassen Sie den Hund also am besten erst einmal nur im anderen Zimmer und nur kurz allein. Dann gehen Sie mal vor die Haustür – alles immer ganz ruhig, ohne Hetze und ohne dem Hund vorher große Beachtung zu schenken. Wenn Sie wieder reinkommen, sollten Sie den Hund auch nicht zu überschwänglich begrüßen oder loben – er sollte lernen, dass eine kurze Abwesenheit normal ist und Sie schon bald wieder zurückkommen!