28. Juni 2019 - 11:46 Uhr

RTL-Reporter Dominique Fleckinger in Tschernobyl

Auf den ersten Blick wirkt Tschernobyl verlassen. 1986 ereignete sich hier der schlimmste Atom-Unfall der Geschichte, tausende Menschen verloren durch das Unglück und seine Folgen ihr Leben. Doch seitdem die Fernsehserie "Chernobyl" durch die Decke geht, passieren hier merkwürdige Dinge. Touristen reisen in das ehemalige Katastrophen-Gebiet in der Ukraine, immer mehr Fotos tauchen in den sozialen Netzwerken auf. Darunter auch Bilder von Influencern und solchen, die es werden wollen. Sie posieren halbnackt vor den Ruinen, machen peinliche Selfies. Wir haben uns vor Ort selbst ein Bild vom Geschehen gemacht und dort eine Stundentin getroffen, die mit ihrem Freund nach Tschernobyl gereist ist. Das Interview gibt es im Video.

"Es ist der Nervenkitzel"

Während vor zehn Jahren noch 3.000 Menschen im Jahr den Ort um den einstigen Katastrophenreaktor besuchen, sind es heute 900 pro Tag - Massentourismus in einer noch immer hochgefährlichen Gegend. Denn noch immer sind weite Teile des Gebiets verstrahlt. Die Gegend 30 Kilometer um den Reaktor ist noch immer unbewohnbar. Wer sich hier ohne Guide bewegt, riskiert seine eigene Gesundheit.

Dennis Henke ist einer der Touristen vor Ort. Auch er postet Fotos der Reise auf Instagram. "Im Internet versucht man sich darzustellen und was Tolles zu erleben. Das hier ist eine Attraktion, die noch nicht viele gesehen haben", sagt er. "Deswegen ist der Zuspruch dafür relativ groß." Sein Freund Tim Vollmer ergänzt: "Es ist der Nervenkitzel - im Rahmen des Möglichen die Gefahr in Kauf zu nehmen. Das sehen können, was sich die meisten nicht trauen." Angst vor Strahlung haben die beiden keine - "nur Respekt".