Treffen mit AfD-Chef: Mitarbeiter gehen auf Distanz

19. September 2019 - 17:50 Uhr

Die Mitarbeiter der hessischen Filmförderung haben sich nach dem umstrittenen Treffen von Geschäftsführer Hans Joachim Mendig mit AfD-Chef Jörg Meuthen für kulturelle Vielfalt, Offenheit und Toleranz ausgesprochen. "Die politische Brisanz dieses Treffens ist uns bewusst", erklärten sie in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme. "Wir erleben, dass sich seitdem Partner von der Institution abwenden, Kooperationen abgesagt werden und Jurymitglieder zurücktreten."

In der von 14 Mitarbeitern der Hessenfilm und Medien unterschriebenen Stellungnahme hieß es weiter, dass diese sich in aller Deutlichkeit distanzierten "von jeder Partei, Organisation oder Gesinnung, die die Freiheit von Kunst und Kultur einschränken will oder unsere Freiheit, Gleichheit und Demokratie in Frage stellt".

Zahlreiche Filmschaffende hatten zuvor den Rücktritt Mendigs gefordert. Der AfD-Vorsitzende Meuthen hatte Ende Juli ein Bild von dem Treffen unter anderem mit Mendig auf seinem Instagram-Account veröffentlicht mit den Worten: "Sehr angeregter und konstruktiver politischer Gedankenaustausch heute in Frankfurt."

Am Ende des Schreibens der Filmförderungs-Mitarbeiter heißt es: "Damit wir unserer Aufgabe im Sinne der Filmschaffenden fortsetzen können, hoffen wir auf eine Lösung im Sinne des Film- und Medienstandorts Hessen." Mendig war für eine Stellungnahme am Donnerstag zunächst nicht erreichbar.

Quelle: DPA