6. Juni 2018 - 15:50 Uhr

Maurice Wegners Schicksal bewegt ganz Deutschland

"Er ist mein Vorbild" – es sind Worte, die man von Kindern kennt, die von ihrem Papa schwärmen. Bei Maik Wegner ist es umgekehrt. Sein Sohn Maurice ist sein großes Vorbild. Der 14-Jährige hat einen Hirntumor, der nicht entfernt werden kann. Schon 2016 gaben die Ärzte ihm nur noch wenige Wochen. Doch Maurice kämpfte. Jeden Tag aufs Neue. Und zeigte allen, wie sehr es sich lohnt, niemals aufzugeben. Aber auch das stärkste Kämpferherz kann irgendwann nicht mehr - Maurice liegt im Koma. "Dieser beste Mensch der Welt wird sterben", sagt Vater Maik tieftraurig der 'Bild'. Seine Eltern sitzen täglich an seinem Sterbebett.

Über Nacht gelähmt – Diagnose: Hirntumor

Bis September 2016 schien Maurice völlig gesund. Der Schock kam über Nacht. Als er eines Morgens aufwachte, war er halbseitig gelähmt. Seine Eltern fuhren mit ihrem einzigen Sohn sofort ins Krankenhaus. Dort erhielt die Familie die schreckliche Diagnose: inoperabler Hirntumor. Den Wegners zog es den Boden unter den Füßen weg. Es folgte eine Klinik-Odyssee: Operationen, Chemo, Bestrahlung – doch Ärzte machten der Familie keine große Hoffnung.

Aber Aufgeben gibt es bei den Wegners nicht! Sie stießen auf eine neue Behandlungsmethode in den USA. Kostenpunkt: 150.000 Euro für die OP und Medikamente. Jeder weitere Tag im Krankenhaus: 2.000 Euro. Geld, das die Wegners zu dem Zeitpunkt nicht hatten. Aber auch diese unvorstellbar scheinende Hürde hielt die drei nicht auf.

400.000 Euro Spenden kamen zusammen

Der 14-jährige Maurice Wegner wird sterben.
Der 14-jährige Maurice Wegner kämpft mit dem Tod.
© Facebook/MaikWegner

Sie riefen eine Website ins Leben, auf der sie das Schicksal von Maurice dokumentieren und einen Spendenaufruf schalten. Eine zermürbende Zeit für die Familie. "Ich las monatelang 18 Stunden am Tag und studierte diese teuflische, tödliche Krankheit", schreibt Vater Maik dort.

Es stellte sich jedoch heraus, dass die Operation in den USA nicht vorgenommen werden könne, da der Tumor bei Maurice bereits zu groß war. Bei seinen Recherchen stieß Vater Maik aber auf ein Medikament, das gegen die Tumor-Mutation 'IDH' helfen sollte. Auch hier waren die Kosten immens: satte 100.000 Euro.

Durch Freunde, Arbeitskollegen und weitere hilfsbereite Spender gelang das scheinbar Unmögliche: Es kamen 400.000 Euro zusammen! Doch dann folgte der nächste Rückschlag: Das Medikament, das dem Jungen möglicherweise hätte helfen können, ist in Deutschland nicht zugelassen. Der Hersteller will das Medikament aus verschiedenen Gründen nicht herausrücken.

"Nicht aufgeben, einfach weitermachen"

Deshalb reiste Vater Maik durch diverse Länder, um seinem todkranken Sohn das Medikament zu beschaffen. In London wurde er schließlich fündig - und tatsächlich zeigte es seine Wikung: Maurice konnte nach ein paar Wochen sogar wieder laufen und der Tumor schrumpfte.

Gerade als es mit Maurice bergauf zu gehen schien, erkrankte Maurices Mutter Karin an Eierstockkrebs. Eine schwere Zeit für die Familie. Wie durch ein Wunder schaffte sie es, die Krankheit vorerst zu besiegen.

Maik und Katrin Wegner steckten all ihre Kraft in die Genesung ihres Sohnes. Und auch ihr Sohn ist ein wahres Kämpferherz: "Nicht aufgeben, einfach weitermachen", betonte er in einem Interview. Doch zuletzt nahm die Krankengeschichte von Maurice eine schlimme Wendung. Im Dezember 2017 schlug plötzlich die Medizin nicht mehr an. Der Tumor wuchs erneut, der Zustand des Jungen verschlechtert sich rapide. Er kam ins Krankenhaus, die Ärzte nahmen einen Luftröhrenschnitt vor.

Jetzt liegt Maurice im Koma und wird künstlich beatmet. Die Kehlkopfklappe funktioniert nicht mehr. Er ist halbseitig gelähmt. Jeder Tag kann der letzte sein. Immer an seinem Sterbebett: Seine Eltern, die alles in ihrer Macht stehende für ihren einzigen Sohn getan haben. Maik und Karin Wegner haben noch einen sehnlichen Wunsch. "Er soll noch einmal die Augen öffnen, dass wir sagen können: 'Lebe wohl, Maurice.' Dann kann er gehen...", sagte Maik Wegner der 'Bild'. Die berührenden Bilder aus dem viel zu kurzen Leben von Maurice sehen Sie im Video.