Traurige Gewissheit nach Obduktion: Dreijähriger aus Kindergarten ausgerissen - und in Teich ertrunken

12. Mai 2017 - 14:42 Uhr

Hat der Kindergarten seine Aufsichtspflicht verletzt?

Er war aus einer Kita in Bad Breisig ausgerissen und wurde später leblos in einem Gartenteich gefunden. Nun ist klar: Der dreijährige Junge ist ertrunken. Das ist das Ergebnis der Obduktion. "Die von der Rechtsmedizin festgestellten Befunde sind nachvollziehbar mit einem Ertrinken vereinbar", sagte der Koblenzer Oberstaatsanwalt Rolf Wissen.

Vergebliche Rettungsversuche

Der Junge hatte am Montag in Bad Breisig im Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) seinen Kindergarten zunächst unbemerkt durch eine unverschlossene Hintertür verlassen. Trotz einer Suchaktion blieb er zunächst verschwunden. Später dann wurde der kleine Ausreißer leblos im Wasser treibend auf einem privaten Grundstück in der Nachbarschaft gefunden und wiederbelebt. Wenige Stunden später verstarb er im Kinderkrankenhaus im nordrhein-westfälischen St. Augustin. Seine Leiche wurde zur Rechtsmedizin Bonn gebracht.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt derzeit ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren. Dabei klärt sie auch, ob ein Fremdverschulden vorlag oder Aufsichtspflichten verletzt wurden. Die Menschen in Bad Breisig stehen nach dem tragischen Unglück unter Schock. Der städtische Kindergarten 'Regenbogen' bleibt noch bis zum Wochenende geschlossen. Die Erzieherinnen und Erzieher sowie die Eltern des Jungen wurden therapeutisch betreut.