Traurige Gewissheit: Fünfjähriger Dano wurde getötet

22. Oktober 2014 - 19:19 Uhr

Verdächtiger hat die Tat gestanden

Nun ist es traurige Gewissheit: Der vor drei Wochen in Herford verschwundene Dano ist tot. Der Fünfjährige wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Der Tatverdächtige Ibrahim B. habe gestanden, den Jungen getötet zu haben, sagte Staatsanwältin Ina Leinkauf. Er ist der Vater eines Freundes von Dano.

Ibrahim B., Dano und Jenisa
Ibrahim B. hat gestanden, Dano getötet zu haben.

Der Haftbefehl gegen ihn laute auf Verdeckungsmord. Nach dem Ergebnis der Obduktion wurde der Fünfjährige stranguliert, sagte Leinkauf. Offenbar wollte B. so vertuschen, dass er den Jungen geschlagen habe.

Ermittler hatten die Leiche in Herford in einem Gebüsch etwa 150 Meter entfernt vom Fluss entdeckt. Danos Spur hatte sich am 14. März auf einem Spielplatz in der Nähe der Werre verloren.

Drei Wochen vermisst

Ibrahim B., Jenisa, Dano
Klärt sich nun auch endlich das Verschwinden der kleinen Jenisa auf?
© dpa, A9999 Polizei Hannover

B. stand bereits 2007 im Verdacht, in Hannover seine achtjährige Nichte Jenisa getötet zu haben. Die Achtjährige wollte damals ihre Tante besuchen, die aber nicht zu Hause war. Eine Nachbarin sah das Mädchen noch im Fahrstuhl des Hochhauses - dann verlor sich ihre Spur. Wenige Tage später wurden an einer Autobahnauffahrt Kleidung und Schuhe von Jenisa gefunden, rund 20 Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt. Die Polizei durchsuchte Wälder und einen Kanal - ohne Erfolg.

Ibrahim B. geriet in den Fokus der Ermittlungen. Der damals 36-Jährige wurde unter Tötungsverdacht festgenommen. Er verstrickte sich nach Angaben der Polizei in Widersprüche und hatte für die mutmaßliche Tatzeit kein Alibi.

Außerdem machte er laut Polizei falsche Aussagen zu der Frage, wann er sein Auto verkauft hatte - es war laut den Ermittlungen nicht kurz nach dem Verschwinden Jenisas, sondern erst Tage später. Nach sechs Wochen Untersuchungshaft ließ die Polizei den Mann jedoch aus Mangel an Beweisen frei. Dann zog der Mann nach Nordrhein-Westfalen.