Traum vom Fliegen endet im Drama - angehender Pilot schreibt RTL traurige Nachricht

Lufthansa knallhart - Flugschüler sollen nach Hause gehen und nicht mehr wiederkommen

Die angehenden Piloten sollen einen anderen Berufsweg wählen, heißt es.
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29. September 2020 - 21:40 Uhr

Aus für Pilotenschule der Lufthansa

700 Menschen haben einen gemeinsamen Traum: Sie wollen Pilot oder Pilotin werden. Dieser Traum ist jetzt geplatzt, weil die von der Coronakrise gebeutelte Lufthansa die Ausbildung neuer Piloten an der Verkehrsfliegerschule in Bremen auslaufen lässt. Die betroffenen Flugschüler wurden am Dienstag in einem Webcast dringend aufgefordert, sich einen neuen Berufsweg zu suchen und jetzt die Schule ohne finanzielle Verpflichtungen zu verlassen.

Flugschüler von Lufthansa enttäuscht - markige Worte

RTL hat am Dienstag mit einem der Flugschüler gesprochen. Der junge Mann möchte anonym bleiben. Im Gespräch sagt er: "Wir Flugschüler haben uns bereits bei unserer Bewerbung zur Lufthansa committed, viel aufgegeben, einem hohen Preis zugestimmt und während unserer Ausbildung vollen Einsatz gezeigt. Im Gegenzug plant die Lufthansa uns nun fallen zu lassen." Er findet sich vom Konzern, der vom Steuerzahler vor der Pleite gerettet wurde, ungerecht behandelt: "Da sie [die Lufthansa, Anmerkung der Redaktion] jedoch vertraglich an unsere Ausbildung gebunden ist, versucht sie uns einerseits mit hohem Druck zu einem freiwilligen Ausstieg zu drängen, bietet uns andererseits, zur formalen Erfüllung des Vertrages, eine Fortsetzung an einer externen Flugschule zu niedrigeren Standards an (jedoch zum selben Preis), während die Kosten in Bremen weiterhin über das Kurzarbeitergeld vom Steuerzahler gedeckt werden."

Lufthansa: Kein Bedarf an Nachwuchspiloten - und das auf Jahre

Auf Jahre hinaus gebe es bei den Konzern-Airlines keinen Bedarf an Nachwuchspiloten, begründete ein Sprecher des Schulbetreibers Lufthansa Aviation Training den Appell an die Schüler, sich neue Jobs zu suchen.

Die LAT fühle sich allerdings verpflichtet, die seit Monaten unterbrochene Ausbildung fortzuführen, wenn die Schüler darauf bestehen. Diejenigen, die kurz vor der Abschlussprüfung stehen, werde man noch selbst ausbilden. Für die übrigen suche man Plätze an anderen Flugschulen, kündigte der Sprecher an. Eine Übernahme könne Lufthansa nicht garantieren, so dass die Schüler nach fünf Jahren noch Vorleistungen des Konzerns zwischen 60.000 und 80.000 Euro zurückzahlen müssten.

Ergreifende Videobotschaften - Lufthansa-Flugschüler vor dem Nichts

Pilotengewerkschaft: „Wir wollen keine verlorene Generation“

Die Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" verlangte von der LAT, die Ausbildung aller Flugschüler wie zugesagt noch selbst zu leisten. "Wir wollen keine verlorene Generation", sagte ein Sprecher. Es sei auch widersinnig, wenn der Konzern externe Dienstleister beauftrage und dafür in der Krise Geld aufwende. Laut VC stehen von den rund 700 Schülern rund 170 kurz vor dem Abschluss.

Ob die 1956 gegründete Verkehrsfliegerschule am Flughafen Bremen mit rund 150 Beschäftigten überhaupt noch eine Zukunft hat, entscheidet sich nach Informationen aus dem Betriebsrat erst im November. Dann fällt voraussichtlich eine Entscheidung der Bundeswehr, ob ihre Piloten weiterhin in Bremen ausgebildet werden. Der Betriebsrat befürchtet eine Verlagerung des Betriebs nach Rostock-Laage.