Gedenken in Sinsheim

Trauerzug für ermordeten Sinan (✝13) in Sinsheim

Trauerzug
Trauerzug

02. März 2021 - 8:28 Uhr

Sinan aus Sinsheim wurde wohl aus Eifersucht umgebracht

Eine Stadt trägt Trauer und ganz Deutschland trauert mit. In Sinsheim in Baden-Württemberg findet ein Trauermarsch für den ermordeten Sinan statt. Die Anteilnahme ist beträchtlich, RTL-Reporterin Romy Schiemann berichtet von Hunderten Menschen, die sich in der Nähe des Tatortes eingefunden hätten. Der kleine Junge wurde nur 13 Jahre alt. Sinan wurde erstochen, angeblich von einem anderen Kind, dass nur ein Jahr älter war als er selbst. Die Tat hatte weit über die Grenzen der 35.000-Einwohner-Stadt in der Nähe von Heidelberg Entsetzen ausgelöst.

700 Personen nahmen an Trauerzug für Sinan teil

"Da sind noch Blätter mit Blut. Die muss ich verstecken, damit Sinans Mutter sie nicht sieht", sagte ein Verwandter der Familie. Der Getötete hatte drei Geschwister.

"Die Stimmung war gedrückt, fast schon verzweifelt", berichtet unsere Reporterin Nahezu jeder habe geweint. "Besonders schlimm war es, als der Trauerzug am Tatort ankam", sagte sie.

Viele der Teilnehmer hielten ein Foto des Jungen in der Hand, darunter alle seine Familienmitglieder. Sinans Eltern bedankten sich für unser Kommen, wollten sich aber aus naheliegenden Gründen heute nicht weiter äußern.

Polizeiangaben zufolge beteiligen sich etwa 700 Menschen an dem Trauerzug.

14-Jähriger nach Tat mit Messer in der Hand festgenommen

Kein Elternpaar auf der Welt sollte sein eigenes Kind zu Grabe tragen müssen, sagt er weiter. Schon gar nicht, wenn der Grund dafür ein Verbrechen ist. "Diese Tat war unnötig." Diese Tat: Sinan wurde wohl aus Eifersucht erstochen. Von einem Jungen, der selbst noch Kind ist. Indie Falle gelockt, von einem Mädchen, auch sie noch ein Kind.

Wie die Familie das Geschehen verarbeiten soll, vermag Idris Toptik nicht zu sagen. Es gebe keinerlei Beschreibung oder Rezept dafür. Er selbst nimmt sich vor: "Wir müssen den Eltern und besonders den Geschwistern beistehen. Immer ein besser zwei Ohren für sie haben, immer wachsam sein für ihren Schmerz."

Dann blickt der Bruder von Sinans Vater auf die Trauernden, die sich versammelt haben. "So wie wir uns freuen, dass so viele Menschen heute gekommen sind, so würde Sinan sich auch freuen", sagt er um Fassung ringend. "Sie sind gekommen, um zu sehen welche Wegstrecke er gegangen, ist ohne überhaupt zu wissen wohin er geht", fügt er unter Tränen leise an. Mehr gibt es an dieser Stelle nicht zu sagen.

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Video: 14-Jähriger soll Sinan getötet haben

Angaben der Ermittler zufolge lockte der Verdächtige das Opfer zum Feldweg, wo er und ein weiteres Kind (13) offenbar auf den Jungen warteten. Der Tatverdächtige soll schon zum Treffpunkt die mutmaßliche Tatwaffe mitgebracht haben – ein Küchenmesser.