Trauer und Entsetzen nach Attentat von Lüttich

20. Dezember 2011 - 19:53 Uhr

Kleines Kind erliegt Verletzungen - jetzt fünf Tote

Wie und warum konnte das passieren? Einen Tag nach der Bluttat mit fünf Toten in Lüttich geht das Rätselraten um das Motiv des Täters weiter. Der 33-Jährige, der Granaten warf und offenbar wahllos mitten im weihnachtlichen Einkaufstrubel auf die Menschen schoss, war der Polizei als gewalttätig bekannt und bereits wegen illegalen Waffenbesitzes vorbestraft. Er sei ein Einzeltäter gewesen, ein terroristischer Hintergrund werde ausgeschlossen, teilten die Behörden mit. Nach der Tat hatte sich der Mann selbst erschossen.

Der Attentäter von Lüttich war der Polizei als gewalttätig bekannt und bereits wegen illegalen Waffenbesitzes vorbestraft.
Nach dem Anschlag in Lüttich steigt die Zahl der Todesopfer auf mindestens fünf.
© REUTERS, STRINGER/BELGIUM

Die Zahl der Todesopfer stieg inzwischen auf fünf. Wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf Krankenhausangaben berichtete, starb ein erst 17 Monate altes Kleinkind an seinen schweren Verletzungen. Die Zeitung 'La Libre' berichtete von zwei weiteren Todesopfern, die jedoch nicht offiziell bestätigt wurden.

Mehr als 120 Menschen wurden verletzt. Mehrere von ihnen befinden sich noch in kritischem Zustand. Viele der Opfer seien von Geschossen oder Splittern verletzt worden, hieß es.

Attentäter war polizeibekannt und vorbestraft

Der 33 Jahre alte Täter hatte auf einem zentralen Platz in der Innenstadt von Lüttich gleich neben einem Weihnachtsmarkt Handgranaten gezündet und um sich geschossen. Außer dem Kleinkind und dem Täter selbst starben auch zwei 15 und 17 Jahre alte Jugendliche sowie eine 75-jährige Frau.

Wie die Lütticher Staatsanwältin Danièle Reynders mitteilte, war der 33-Jährige wegen seiner Gewaltdrohungen polizeibekannt. 2008 war er wegen illegalen Waffenbesitzes zu knapp fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Am Dienstag sollte er zu einer Anhörung bei der Polizei erscheinen, tauchte dort aber nicht auf.

Der Anschlag ereignete sich auf dem St.-Lambert-Platz in der Innenstadt, gleich neben einem Weihnachtsmarkt. Der Attentäter wohnte ganz in der Nähe. Er warf nach ersten Erkenntnissen mehrere Handgranaten auf eine Bushaltestelle, an der viele Menschen warteten, dann schoss der 33-Jährige auf die Wartenden.

Die Bluttat löste Entsetzen und tiefe Trauer aus. Der belgische Premierminister Elio Di Rupo besuchte ebenso wie König Albert II. den Tatort. "Das ganze Land teilt Ihren Schmerz", wandte sich Di Rupo an die Familien der Opfer. Er betonte, es habe sich um einen Einzeltäter und nicht um Terrorismus gehandelt. Lüttichs Bürgermeister Willy Demeyer sprach von einer "Einzeltat, die tiefe Betroffenheit im Herzen der Stadt gesät hat".

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