Emotionale Worte an verstorbene Moderatorin

TV-Sender zollen Deborah James (†40) Tribut: "Sie hat uns gelehrt, wie man lebt und wie man stirbt"

BBC-Moderatorin Deborah James im Krankenhaus, bevor die Behandlungen eingestellt wurden.
BBC-Moderatorin Deborah James im Krankenhaus, bevor die Behandlungen eingestellt wurden.
instagram/bowelbabe

Sie hat den jahrelangen Kampf gegen den Darmkrebs verloren. Am 28. Juni starb die britische TV-Moderatorin Deborah James mit nur 40 Jahren. Die zweifache Mutter, die trotz ihrer schweren Krankheit nie das Lachen und den Spaß am Leben verloren hat, wird unvergessen bleiben, wie die emotionalen Nachrufe der britischen TV-Sender BBC und Sky zeigen.

Produzent von Deborahs Krebs-Podcast wird ihre Anrufe vermissen

In einem Video lässt der britische Sender Sky Menschen zu Wort kommen, die eng mit Deborah James zusammen gearbeitet haben. Darunter Mike Holt, der Produzent von Deborahs BBC-Podcast „You, Me and the Big C“. Gemeinsam mit Lauren Mahon und Rachael Bland, die ebenfalls an Krebs erkrankt waren, hatte Deborah darin offen und humorvoll über ihre Krankheit gesprochen und keine Tabus ausgelassen.

„Mein Handy konnte zu jeder Tageszeit klingeln und ich hab darauf geguckt und es war Deborah. Und ich hab mich gefragt: ‘Was hat sie sich jetzt wieder Verrücktes ausgedacht? Was hast du jetzt wieder vor, Debs?’“, erinnert sich Mike Holt. „Ich werde sie vermissen“, sagt er und kämpft sichtlich gegen seine Rührung an.

Im Video: BBC-Moderatorin Deborah James an Krebs gestorben

BBC-Moderatorin Deborah James ist tot Sie schlief friedlich ein
00:49 min
Sie schlief friedlich ein
BBC-Moderatorin Deborah James ist tot

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Deborah James hat "unzähligen Krebspatienten in diesem Land Hoffnung geschenkt“  

Michelle Mitchell, Geschäftsführer der britischen Krebsforschung, lobt in dem Sky-Video Deborahs stetiges Bemühen, die Krankheit Darmkrebs zu enttabuisieren und auf deren Symptome aufmerksam zu machen. Als „mächtige Botschafterin“, wie Mitchell sie beschreibt, habe Deborah zudem so viel für die Krebsforschung getan.

Obwohl es für sie selbst keine Hoffnung mehr gab, hatte die 40-Jährige eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, die durchschlagenden Erfolg hat: Binnen kurzer Zeit sind bereits über fünf Millionen Pfund (sechs Millionen Euro) für die Krebsforschung zusammengekommen. Von der Queen wurde Deborah dafür sogar zur „Dame“ ernannt.

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Auch für Professor David Cunningham, einem Facharzt für Onkologie, wird Deborah unvergessen bleiben. „Ich werde sie als jemand in Erinnerung behalten, der etwas für Krebspatienten verändert hat. Sie hat Krebsmythen aufgedeckt und unzähligen Krebspatienten in diesem Land Hoffnung geschenkt.“

Deborah James "lachte dem Krebs ins Gesicht"

In einem Artikel auf der BBC-Webseite nehmen ehemalige Kolleginnen und Kollegen von Deborah James Abschied. „Sie war eine der bemerkenswertesten Frauen, die ich je getroffen habe. Sie hatte diese unglaubliche Lebensfreude, selbst im Angesicht ihres eigenen Todes“, sagt BBC 5 Live-Moderator Tony Livesey, ein Freund und Kollege, über Deborah. Wie sie mit dem Thema Krebs umgegangen sei, sei ganz besonders gewesen: „Sie wollte nicht um den heißen Brei herumreden, sie wollte keine beschänigende Sprache verwenden - sie wollte es beim Namen nennen“, so Livesey.

Aber gleichzeitig habe Deborah James nie den Spaß heruntergeschraubt. „Wenn man sich ihre sozialen Medien anschaut - wenn sie nicht gerade auf der Straße tanzte oder sang, lachte sie dem Krebs ins Gesicht“, fasst es Tony Lively zusammen.

BBC-Generaldirektor Tim Davie würdigt Deborah James bei Twitter

„Dies ist eine unglaublich traurige Nachricht. Dame Deborah James war eine wahre Inspiration", schreibt BBC-Generaldirektor Tim Davie bei Twitter. „Wir sind stolz darauf, mit ihr zusammengearbeitet zu haben. Die Art und Weise, wie sie über ihre Krebserkrankung sprach und sich ihr stellte, bewegte die Nation, inspirierte Veränderungen und rettete zweifellos Leben."

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"Sie hat uns gelehrt, wie man lebt und wie man stirbt"

BBC-Moderatorin Rachel Burden, die Deborah James mehrmals interviewt hat, schwärmt von deren Einstellung bis zuletzt: „Was mich am meisten beeindruckt hat, war, wie sie immer ihr bestes Leben gelebt hat, ob sie nun zu Hause mit ihren Kindern tanzte oder vom Krankenhausbett aus Witze riss - immer lächelnd, immer schön, immer ehrlich.“

"Sie hat uns gelehrt, wie man lebt und wie man stirbt, und dabei nie die Freude aufgegeben, die sie in der Liebe zu ihren Freunden und ihrer Familie fand. Sie war unermesslich“, so Burden. (csp)