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Eine Transport-Panne hat Schuld!

Berlin schließt zwei Impfzentren wegen Mangels an Impfstoff

Berlin schließt zwei Impfzentren wegen Mangels an Impfstoff.  Betroffen sind die Impfzentren Messe und Arena Berlin.
Berlin schließt zwei Impfzentren wegen Mangels an Impfstoff. Betroffen sind die Impfzentren Messe und Arena Berlin.
© imago images/Stefan Zeitz, stefan zeitz via www.imago-images.de, www.imago-images.de

06. April 2021 - 17:20 Uhr

Zwei von sechs Impfzentren müssen dichtmachen

Die Impfkampagne läuft nur schleppend – das sorgt seit Monaten für Frust. Nun diese neue Hiobsbotschaft: In Berlin müssen zwei der sechs Impfzentren vorübergehend dichtmachen. Der Grund: Impfstoffmangel wegen einer Transport-Panne.

Aber es gibt auch gute Nachrichten aus der Hauptstadt: Menschen zwischen 60 und 70 Jahre haben nun länger als zunächst geplant die Möglichkeit, sich mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen zu lassen. Schließlich startete am Dienstag auch die Impfkampagne bei den Hausärzten.

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Ausgefallene Impftermine werden innerhalb von drei Tagen nachgeholt

Die Impfzentren in der Arena in Treptow sowie auf der Messe, in denen das Vakzin des Herstellers Biontech verabreicht wird, stellten am Dienstag um 14 Uhr ihren Betrieb für diesen Tag ein, teilte die Gesundheitsverwaltung mit. Zur Begründung hieß es, ein Impfstofftransport nach Berlin sei wegen mutmaßlich technischer Schwierigkeiten aufgehalten worden. Die Impfungen in beiden Impfzentren würden verschoben, ausgefallene Impftermine innerhalb von drei Tagen nachgeholt.

Menschen, deren Nachname mit den Buchstaben A bis I beginnt, erhalten ihre Impfung demnach zur ursprünglichen Uhrzeit, jedoch am Mittwoch 7. April. Menschen, deren Nachname mit J bis Q beginnt, erhalten ihre Impfung zur ursprünglichen Uhrzeit, jedoch am Donnerstag 8. April. Menschen, deren Nachname mit R bis Z beginnt, erhalten ihre Impfung zur ursprünglichen Uhrzeit, jedoch am Freitag 9. April. Der Ort bleibt für alle unverändert. Betroffene müssten nicht nochmal mit der Buchungs-Hotline Kontakt aufnehmen, hieß es.

Mehr Impftermine: Große Nachfrage nach AstraZeneca

Unterdessen ist der Impfstoff von AstraZeneca, der für Menschen unter 60 wegen bestimmter Nebenwirkungen nicht mehr empfohlen wird, kein Ladenhüter. Im Gegenteil: Aufgrund großer Nachfrage haben Menschen zwischen 60 und 70 nun länger die Möglichkeit, telefonisch und ohne Einladung im Impfzentrum Tempelhof eine Impfung mit diesem Vakzin zu buchen. Dort stünden nunmehr statt bis 11. April Termine bis zum 18. April zur Verfügung, teilte die Gesundheitsverwaltung am Dienstag mit. Im Impfzentrum Tegel, in dem seit 2. April ebenfalls AstraZeneca für 60- bis 70-jährige Menschen zum Einsatz kam, liefen die Impfungen für diesen Personenkreis dagegen wie geplant am Dienstag aus. Ab Mittwoch wird dort Biontech verimpft.

60- bis 70-Jährige können sich mit AstraZeneca impfen lassen

Bund und Länder hatten vor einer Woche nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, den Impfstoff von AstraZeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei Jüngeren. Daraufhin war in Berlin die zusätzliche Möglichkeit für 60- bis 70-Jährige geschaffen worden, sich mit AstraZeneca impfen zu lassen. Für alle anderen Impfstoffe gilt weiterhin die bundesweit einheitlich festgelegte offizielle Reihenfolge (Priorisierung). Demnach werden momentan unter anderem die über 70-Jährigen sowie Menschen mit bestimmten schweren oder chronischen Erkrankungen in den Impfzentren gegen Corona geimpft.

"Neuer Schwung" bei den Impfungen durch Hausärzte

Am Dienstag lief bundesweit die Corona-Impfkampagne der Hausärzte offiziell an. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hofft dadurch auf neuen Schwung bei den Impfungen, bei denen es in ganz Deutschland seit Monaten aus Mangel an Impfstoff eher langsam vorangeht. "Wir setzen jetzt darauf, dass die Kassenärztliche Vereinigung das, was sie immer als ihre Stärke benannt hat, nämlich die Menschen schnell impfen zu können, auch schnell tut", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Wieviele Hausarztpraxen in Berlin beim Impfen mitmachen, ist nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin unklar. Da die Praxen ihre Impfdosen über die Apotheken bestellt hätten, fehle eine aktuelle Übersicht, sagte KV-Sprecherin Dörthe Arnold. Eine Abfrage bei 2.500 Praxen habe allerdings jüngst ergeben, dass etwa 1.800 beim Impfen mitmachen wollen.

Menge der Impfdosen bei Hausärzten soll sich erhöhen

Dass alle schon am Dienstag impften, galt aber als unwahrscheinlich. Denn wegen der Osterfeiertage war davon auszugehen, dass viele Praxen erst im Verlauf des Dienstag den bestellten Impfstoff erhielten. Zudem ist die Menge Impfstoff pro Praxis – etwa 20 Dosen – in der ersten Woche noch recht gering. Die Mengen sollen sich, so hatte es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) versprochen, aber bald deutlich erhöhen.

Im Rahmen eines Modellversuchs impfen laut KV rund 200 Berliner Arztpraxen schon länger. Allerdings brachten sie von den 42.000 Dosen Impfstoff, die sie erhielten, nach Angaben der Gesundheitsverwaltung bisher lediglich 3.600 an den Mann oder die Frau.

Laut Robert Koch-Institut wurden bis einschließlich Montag in Berlin 13,0 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona geimpft. 6,4 Prozent erhielten bis dahin auch ihre Zweitimpfung.

TVNOW-Doku: "Das Impfdilemma und seine Folgen"

Die Bevölkerung sehnt sich nach dem Impfstoff, der die Corona-Pandemie endlich beenden soll. Doch nur wenige Wochen nach der ersten Zulassung ist klar: So schnell geht es nicht voran. Chaos bei der Verteilung, stockende Lieferungen - was das für Deutschland bedeutet, sehen Sie in der neuen Dokumentation "Das Impfdilemma und seine Folgen" - ab sofort auf TVNOW!

Quelle: DPA / RTL.de

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