Transgender: Enkel trifft Oma nach Jahren wieder – als Frau

22. August 2018 - 22:18 Uhr

Transsexuelle Raphaela feiert Wiedersehen mit Familie

Raphaela kam als Mann zur Welt. Als ihr mit 16 Jahren bewusst wurde, dass sie transsexuell ist, also im falschen Körper steckt, hatte ihre Familie kein Verständnis – zumindest empfand sie es damals so. Jahrelang war der Kontakt abgebrochen. Jetzt trifft Raphaela ihre Oma und ihren Onkel nach sieben Jahren als Frau wieder.

Aus Raphael wird Raphaela

Endlich steht in ihrem Pass "Raphaela". Damit ist die junge Frau auch ganz offiziell eine weibliche Person. Doch der Weg hierher war nicht einfach: Nachdem ihr als Teenager bewusst wird, dass der Männerkörper der falsche für sie ist, bricht der Kontakt mit ihrer Familie weitestgehend ab. Raphaela geht den Weg in ihr Leben als Frau alleine, auch die angleichende Brustoperation, bei der wir sie Anfang des Jahres begleiten, meistert sie ohne die Unterstützung ihrer Verwandten.

Doch dann tut sich etwas: "Das Allerbeste, was passiert ist, war, dass sich die Familie auf der Seite meines Vaters bei mir gemeldet hat. Da bin ich fast vom Balkon gefallen", erzählt die junge Frau. Nach sieben Jahren will sie ihre Oma und ihren Onkel nun endlich wiedersehen. Wie emotional diese beim Treffen in Raphaelas kleinem Heimatort in der Eifel  reagieren, sehen Sie im Video.

Rund 80.000 Transgender in Deutschland

In Deutschland leben schätzungsweise 80.000 Menschen, die sich als Transsexuelle nicht mit dem Geschlecht identifizieren können, mit dem sie geboren worden sind. Oft spüren die Personen dies schon als Kinder, können aber ihre Gefühle nicht richtig einordnen, was einen großen Leidensdruck auslösen kann. Viele – wenn auch nicht alle – wünschen sich eine Angleichung ihres Körpers an das für sie stimmige Geschlecht. Hierfür kommen sowohl eine Hormontherapie als auch operative Eingriffe infrage.