Mit 21 endlich im richtigen Körper

Transfrau Alex über ihren Weg zum wahren Ich

10. Juli 2019 - 22:58 Uhr

„Wir sind keine Freaks, wir sind Menschen genau wie du!“

Alex wurde im falschen Körper geboren. Schon damals als kleiner Junge merkte sie, dass irgendwas nicht stimmte. Während die anderen Jungs mit Autos spielten, wollte sie lieber die High Heels ihrer Mutter tragen. Der Weg war lang, doch jetzt weiß sie was sie will: Sie möchte eine Frau sein. Mit allem was dazugehört. Wir haben mit ihr in einem intimen Interview exklusiv über ihren Weg vom kleinen Jungen zur selbstbewussten, sich liebenden Frau gesprochen.

Im falschen Körper geboren

"Bist du jetzt ein Junge oder ein Mädchen?" Diesen Satz hat Alex schon unzählige Male gehört. Die 21-Jährige befindet sich gerade mitten in der Geschlechtsumwandlung: Aus Alexander Peter wird jetzt Alex Mariah Peter. Sie war immer anders, als die anderen Jungs. Schon in der Schule war ihr Style eher weiblich. Statt weite T-Shirts und lässige Hosen, schlüpfte sie in Hotpants und Croptops. Kurz nach dem Abi merkte sie dann: So fühle ich mich am wohlsten. Kurz danach lief sie zum ersten Mal in einem Kleid durch die Straßen: "Ich habe es einfach gemacht, ich habe es gefühlt und angezogen!"

Komische Blicke? Das störte sie nicht. Vielleicht auch, weil sie tolle Freunde hatte, die sie stets unterstützen: "Ich kann nicht von jedem Akzeptanz erwarten, aber ich habe glücklicherweise kaum Anfeindungen erfahren. Ich hatte Glück mit meinem sozialen Umfeld, was aber definitiv nicht die Regel ist." Und langsam aber sicher wurde ihr klar, dass es ihr nicht ausreicht nur äußerlich eine Frau zu sein. Sie wollte Frau sein – mit allem was dazu gehört. Ein großer Schritt, immerhin ist die Geschlechtsumwandlung keine einfache Operation, wie sie uns im Interview erzählt.

In anderthalb Jahren ist die chirurgische Umwandlung zur Frau komplett abgeschlossen

Alex suchte das Gespräch mit ihren Eltern, auch wenn die Überwindung zunächst groß war. Ihre Mutter kommt aus Südkorea, ihr Vater aus Südafrika – beide sind sehr konservativ. Doch beide hatten Verständnis für die Wünsche ihrer Tochter: "Es war eine Erleichterung, als es dann raus war!", sagt Alex heute glücklich.

Natürlich machen sich ihre Eltern dennoch Sorgen, denn der Weg zur Geschlechtsumwandlung ist nicht einfach. Aber umso mehr unterstützen sie ihre Tochter. Jetzt ist Alex auf dem Weg zu ihrem wahren Ich – mit viel Selbstliebe und Unterstützung.

Der CSD feiert die Vielfalt

Auf dem Christopher Street Day in Köln steht Alex für ihre Identität ein, demonstriert mit tausenden anderen für mehr Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Füreinander da sein - das ist ihr Motto.