Haariges Übel durch Dutt oder Zopf

Haarausfall? Die Frisur kann schuld sein

Wenn die Frisur den Haaren schadet. Bei Traktionsalopezie handelt es sich um eine Form des Haarausfalls, die durch zu starkes Ziehen an den Haaren verursacht werden kann.
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24. Juli 2020 - 13:00 Uhr

Wie Dutt, Zopf und Co. zu Haarausfall führen können

Vor allem mit wechselnden Jahreszeiten klagen viele über (zunehmenden) Haarausfall. Männer haben ständig das Problem, bei Frauen liegt es oft an den Hormonen, vor allem nach der Schwangerschaft. Doch was viele Frauen nicht wissen: Auch häufiges Tragen von Zopf oder Dutt können Ursprung des haarigen Übels sein.

Was ist Traktionsalopezie?

Unter Traktionsalopezie versteht man den Haarausfall, der unter anderem dadurch entsteht, dass die Haare über einen längeren Zeitraum in die gleiche Richtung gezogen werden. Sei es im Pferdeschwanz oder dem klassischen Dutt – wer die Haare lange stark zurückgezogen trägt, kann Opfer dieses teils "frisurbedingten" Haarausfalls werden.

Aber warum? "Das Gewicht verlagert sich an eine Stelle, der Zug ist zu stark, die Haarwurzel leiert aus. Dadurch verlierst du die Haare", erklärt Friseurmeisterin Irina Mezger. Das betrifft vor allem den Haaransatz. Geheimratsecken gibt's schließlich nicht nur bei Männern.

Mögliche Ursachen für Traktionsalopezie

Nicht nur Dutt, Zopf und Co. kommen als Übeltäter in Betracht. Die Ursachen für Traktionsalopezie sind vielfältiger.
Neben Frisuren können auch lange, schwere Haare, Kopfbedeckungen oder Haarverlängerungen zu Traktionsalopezie führen.
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Neben bestimmten Frisuren wie Dutts, Zöpfen oder straffen Pferdeschwänzen gibt es noch weitere Ursachen, die zu Traktionsalopezie führen können.

  • Langes Haar kann durch sein Gewicht ebenfalls an den Haarfollikeln ziehen und dadurch zu Haarausfall führen.
  • Kopfbedeckungen wie enge Stirnbänder oder Hüte sowie Helme können durch den Druck auf einzelne Kopfpartien dazu führen, dass das Haar an diesen Stellen lichter wird.
  • Extensions belasten die Haarwurzeln mit zusätzlichem Gewicht und können ebenfalls Traktionsalopezie fördern.

Video: Das kann sonst noch hinter Haarausfall stecken

Anzeichen für Traktionsalopezie

Saisonaler Haarausfall oder doch Traktionsalopezie? Es gibt einige Symtpome dafür, dass es sich beim immer lichter werdenden Kopf nicht um einen Haarwechsel, sondern um diese besondere Form des Haarausfalls handelt.

So können Pickelchen, ein zurückgehender Haaransatz oder Rötungen auf der Kopfhaut Symptome von Traktionsalopezie sein. Außerdem können Unebenheiten, stechender Schmerz oder stärkerer Juckreiz auf der Kopfhaut dafür sprechen.

In schwereren Fällen kann es auch zu vernarbten Stellen oder eitrigen Blasen auf dem Kopf der Betroffenen kommen.

Tipps zum Vorbeugen von Traktionsalopezie

Um zu verhindern, dass diese Form des Haarausfalls überhaupt erst entsteht, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Haargummis aus Stoff oder solche ohne Metallstück strapazieren die Haare deutlich weniger als die herkömmliche Variante.
  • Anstelle eines strengen Pferdeschwanzes, öfter auch mal lockere Frisuren ausprobieren oder das Haar offen tragen.
  • Auf die Kopfhaut hören: Wenn es ziept und zerrt, lieber einen anderen Hair-Style wählen.

Kahle Stellen - und jetzt? Was bei Traktionsalopezie helfen kann

Wenn die Betroffenen bereits unter dieser Form des Haarausfalls leiden, gibt es Möglichkeiten, um dafür zu sorgen, dass auch an den kahlen Stellen wieder Haare sprießen und der Haarausfall nicht weiter fortschreitet.

"Der nächste Schritt wäre, die Stärkung der Haarstruktur und da gibt es verschiedene Arten von Möglichkeiten. Man kann Selen, Zink, Biotin einnehmen, aber auch eine Art von Meso-Hair-Therapie durchführen", erklärt Hautarzt Dr. med. Arna Shab. "Das heißt, dass Vitamine, die für die Haarwurzeln gut sind, in die Kopfhaut injiziert werden."

Mit welchen Frisuren Sie eine hohe Stirn oder auch Geheimratsecken kaschieren können, zeigen wir hier.