Trainer: St. Pauli steht für "das Freche, bisschen Rotzige"

Paulis Trainer Timo Schultz steht vor dem Spiel im Stadion. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild
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17. Oktober 2020 - 10:52 Uhr

Trainer Timo Schultz will sich beim Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli auf einstige Wesensmerkmale des Vereins besinnen. "Wir wollen die guten, alten Tugenden beibehalten, aber gleichzeitig neue, moderne Ansätze dazunehmen", sagte Schultz im neuen Podcast "Millerntalk" des "Hamburger Abendblatt". Der Nachfolger von Jos Luhukay nennt es "Zurück in die Zukunft". "Wir stehen doch für das Freche, das bisschen Rotzige und dafür, dass man auch mal über das Ziel hinausschießt. Diese Karte sollten wir viel öfter spielen. Wenn man dann einmal auf die Fresse fliegt, dann ist das halt so", sagte Schultz.

Der Trainer möchte "echten St.-Pauli-Fußball" präsentieren. Der werde "nie Tikitaka sein wie Barcelona oder Bayern München", erläuterte der 43-Jährige. "Ich will mutigen, von mir aus auch fehlerbehafteten Fußball sehen, weil er risikoreich ist. Aber es soll eine Mannschaft zu sehen sein, in der die Spieler füreinander brennen."

Methoden von einst sind dagegen tabu. "Ein diktatorischer Stil hat vielleicht in den 80er- und 90er-Jahren funktioniert. Das ist jetzt eine neue Generation. Manche sagen Generation lustlos, aber man muss die Jungs nur überzeugen, dann investieren sie unglaublich viel", meinte Schultz, der aufgrund seiner Herkunft eine "ostfriesische Gelassenheit" als eine seiner Stärken nennt.

Quelle: DPA