Tragisches Unglück in Porta Westfalica: 16 Monate alter Junge ertrinkt in Wasserkübel

16. Juni 2015 - 16:45 Uhr

Polizei geht von einem Unfall aus

In einer privaten Tagespflegeeinrichtung für Kleinkinder in Porta-Westfalica (bei Minden) kam es zu einem tragischen Unglück: Ein 16 Monate alter Junge fiel in einen mit nur wenigen Zentimetern Wasser gefüllten Maurerkübel und ertrank. Nach ersten Ermittlungen geht die Kriminalpolizei von einem tragischen Unglücksfall aus.

Tragischer Ertrinkungstod
Hier soll es zu dem Unglück gekommen sein.

"Noch ist völlig unklar, wie lange der Junge mit dem Kopf im Wasser gelegen hat", erklärte Ralf Steinmeyer von der Polizei bei einer Pressekonferenz. Eine der anwesenden Tagesmütterhabe das leblose Kind in dem Bottich entdeckt. Die Frau habe sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen und dafür gesorgt, dass der Rettungsdienst alarmiert wurde, so Steinmeyer weiter.

"Der Notarzt hat natürlich die Reanimation fortgesetzt. Der Junge ist noch ins Krankenhaus gekommen, aber letztendlich konnten die Ärzte sein Leben nicht mehr retten."

Betriebserlaubnis entzogen

Die Zeitung 'Mindener Tageblatt' schreibt, dass sich mehrere Maurerkübel auf dem Gelände der Betreuungseinrichtung befunden haben sollen. Auf einer Pressekonferenz im Rathaus verwiesen Vertreter der Stadt auf die laufenden Ermittlungen. Es wurde jedoch betont, dass gesetzlich bestimmte Bereiche von den Orten, wo Kinder spielen, abgetrennt sein müssten. Wasser fällt auch darunter.

In der Einrichtung kümmern sich zwei Tagesmütter um mehrere Kinder. Die Frauen hätten alle Eignungsprüfungen abgelegt. Jetzt muss geklärt werden, ob die Kinder beim Spielen ausreichend beaufsichtigt wurden. Das Außengelände ist eingezäunt. Der Kübel, in dem das Kleinkind ertrank, soll direkt neben einer Kinderschaukel gestanden haben. Warum die Tagesmütter die Wanne nicht weggeräumt hatten, ist unklar. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass es im Garten keine Bauarbeiten gegeben hätte, die einen solchen Bottich erforderten. "Der Eimer kann auch zum Spielen benutzt worden sein", sagte eine Sprecherin.

Die Tagespflege wurde inzwischen geschlossen. Die Betriebserlaubnis für die Einrichtung wurde mit sofortiger Wirkung entzogen. Auch das Jugendamt, das die Einrichtung begleitete, ist über den Unfall informiert worden. Bei der letzten Inspektion im November 2014 sei nichts beanstandet worden. Die Tagesmütter hatten alle Vorgaben zur Sicherheit eingehalten. Die Familie des Kindes wird von einem Notfallseelsorger betreut.