Tragischer Unfall im Türkei-Urlaub

Junge Frau fast blind durch Konfetti-Kanone

9. September 2019 - 12:23 Uhr

„Vor Schmerz bin ich zusammengebrochen“

Eigentlich wollte Sarah Müller aus Goddard in Rheinland-Pfalz in ihrem Türkei-Urlaub nur eines: entspannen und feiern. Doch dann verändert ein tragischer Unfall alles. Beim Feiern in der Diskothek hört sie einen lauten Knall. Es folgt ein stechender Schmerz im Auge, der Sarah zusammenbrechen lässt. Sarah ist überzeugt, dass ihr ein Teil einer Konfetti-Kanone ins Auge geflogen ist.

Welche dramatischen Folgen eine vermeintlich harmlose Konfetti-Kanone haben kann, sehen Sie im Video. Gemeinsam mit einem Experten haben wir getestet, wie heftig die Durchschlagskraft des Party-Spaßes ist.

Sarah verliert 80 Prozent ihres Sehvermögens

Sarah Müller ist eigentlich eine lebensfrohe Frau. Und der Urlaub in der Türkei sollte für sie, ihre Zwillingsschwester und ihren Freund der Höhepunkt des Jahres werden. Doch nach dem tragischen Abend in der türkischen Diskothek kommt alles anders.

Nach der medizinischen Erstversorgung reisen Sarah und ihre Familie früher aus dem Hotel zurück nach Deutschland ab. Sarah besucht zu Hause einen Augenarzt. Die Folgen des Unfalls sind dramatisch: Sarah verliert 80 Prozent ihres Sehvermögens.

Hornhautverletzungen verursachen starke Schmerzen

"Wenn ein Fremdkörper ins Auge eindringt, kann er wichtige Strukturen schädigen oder zerstören", erklärt Augenarzt Dr. Matthias Maus. Eine häufige Folge von solchen Fremdkörpereinwirkungen sind Verletzungen der Hornhaut. Auch ein unsachgemäßer Umgang mit Kontaktlinsen kann beispielsweise zu Schäden am Auge führen. Oder auch klassische Unfälle, wie Kleinkinder, die versehentlich ihre Eltern am Auge verletzten. So wie bei Lucas Cordalis, den Töchterchen Sophia aus Versehen mit ihrem Finger ins Auge gepikst hatte und ihn mit ihrem Fingernagel verletzte.

Solche Hornhautverletzungen sind vor allem eines: Sie sind sehr schmerzhaft. Der Grund dafür sind die vielen kleinen Nervenendungen, die von der Hornhaut bis in das Hornhautepithel, einer schützenden Zellschicht auf dem Auge, reichen. Ist diese Schicht verletzt, liegen die Nervenenden frei und werden bei jedem Blinzeln gereizt. Durch Verletzungen können diese Strukturen vorübergehende oder häufig auch bleibende Schäden erleiden, erklärt Dr. Matthias Maus.

Für Sarah bedeutet das, dass sie alltägliche Dinge wie Treppensteigen oder Autofahren gar nicht mehr oder nur sehr mühsam meistern kann. Immerhin kann Sarah ihren Job als Verkäuferin weiterhin ausüben. Und der Hotelmanager hat Sarah eine Woche Urlaub für zwei Personen als Entschädigung zugesichert. An den sie dann hoffentlich gerne zurückdenkt.