Schock im Zoo Zürich

Tödlicher Angriff auf Tierpflegerin: Tigerdame Irina folgte wohl ihren natürlichen Instinkten

Tiger tötet Tierpflegerin im Zoo Zürich
© dpa, Ennio Leanza, el alf

08. Juli 2020 - 10:45 Uhr

Tierpflegerin von Tiger angegriffen und getötet

Nach dem tödlichen Unglück im Tigergehege blieb der Zoo Zürich vorübergehend geschlossen. Am 4. Juli wurde eine Tierpflegerin von der Tigerdame Irina angegriffen und getötet. Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, wird noch untersucht. Wie der Zoo nun mitteilte, hat die Attacke für die Amurtigerin aber keine Konsequenzen. Das Tier habe seinen natürlichen Instinkten entsprechend gehandelt, so der Zoo in einer Mitteilung.

Zoo: "Sie folgte in ihrer Reaktion ausschließlich ihren natürlichen Instinkten"

Ein Tiger sei ein Wildtier. "Eine Person in ihrer Anlage ist für sie ein Eindringling in ihr Territorium", schrieb der Zoo. Nach dem Angriff auf die Tierpflegerin befinde sich die Tigerin in ihrer gewohnten Umgebung. Das Tier sei nicht sediert worden, betonte der Zoo. Mitarbeiter, die ihrer Kollegin zur Hilfe geeilt waren, konnten die Raubkatze durch Rufe in einen anderen Teil des Geheges locken.

Für die 55-Jährige kam trotzdem jede Hilfe zu spät, als der Tiger von ihr abließ. Sie starb noch an der Unfallstelle. Jetzt müssen Ermittlungen klären, wie es überhaupt dazu kam, dass Pflegerin und Tigerdame überhaupt zusammen in einem Gehege waren. "Eigentlich dürfen sich zu keinem Zeitpunkt Tiger und Menschen zur gleichen Zeit in einem Bereich aufhalten", erklärte Zoodirektor Severin Dressen in einer Pressekonferenz.

04.07.2020, Schweiz, Zürich: Ein Abgesperrter Bereich zum Tigergehege im Zoo Zürich. Im Zoo Zürich ist am Samstag, 04.07.2020, eine 55 Jahre alte Tierpflegerin von dem weiblichen Tiger Irina tödlich verletzt worden. In der Tigeranlage leben zwei erwa
Tiger tötet Tierpflegerin im Zoo Zürich
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Irina verhält sich normal und "tigermäßig"

Irina sei ein junges Tier, dass 2015 in Dänemark geboren sei. Sie habe sich bisher normal und "tigermäßig" verhalten, so Dressen. Er sprach den Angehörigen des Opfers sein Mitgefühl aus und bat um Verständnis, dass der Zoo erst die Ermittlungen abwarten wolle, bevor man sich zu weiteren Details äußern könne.

Ein Zoobesucher hatte die Attacke mitangesehen und andere Zoomitarbeiter alarmiert. Laut der Schweizer Zeitung "Blick" soll auch ein Kind mitangesehen haben, wie der Tiger auf die Frau losging. Ein Team von Notfallseelsorgern betreut nun betroffene Mitarbeiter und Besucher. Der Zoo soll erst am 6. Juli wieder regulär öffnen.