Staatsanwaltschaft ermittelt

Tour de France droht ein Doping-Skandal

21. September 2020 - 22:48 Uhr

Bruder von Nairo Quintana wohl im Fokus der Ermittler

Die Tour de France hat gerade erst ihre Zelte in Paris abgebaut, da droht ihr schon ein handfester Dopingskandal. Die Staatsanwaltschaft von Marseille bestätigte am Montag, dass eine vorläufige Untersuchung wegen eines Dopingverdachts eingeleitet worden sei. Zwei Personen "aus dem nahen Umfeld" eines Fahrers seien bereits in Gewahrsam genommen worden, Namen wurden zunächst nicht genannt.

Ermittler: "Methode, die man als Doping bezeichnen könnte"

Laut übereinstimmenden Medienberichten aus Frankreich soll es sich jedoch um das Team Arkea-Samsic und um Dayer Quintana, Bruder des kolumbianischen Radstars Nairo Quintana, handeln. Außerdem seien ein Arzt und ein Physiotherapeut im Fokus. Die Unterkunft des Teams soll bereits am Mittwoch noch während der laufenden Frankreich-Rundfahrt untersucht worden sein.

Emmanuel Hubert, General-Manager des Rennstalls, bestätigte die Ermittlungen am Abend auf AFP-Anfrage. Die Untersuchungen beträfen demnach "nur eine sehr begrenzte Zahl an Sportlern sowie deren Begleitpersonen, die nicht beim Team angestellt sind".

Staatsanwältin Dominique Laurens bestätigte weder Namen des Teams noch der betroffenen Fahrer. Sie sagte der AFP jedoch, dass die Untersuchung eröffnet worden sei, weil bei einer Durchsuchung "viele Gesundheitsprodukte und Medikamente gefunden worden sind". Darunter sei auch eine "Methode, die man als Doping bezeichnen könnte".

Weitere Informationen gab Laurens nicht. Nairo Quintana und sein Team hatten die Tour trotz der Razzia fortgesetzt. Am Sonntag endete die Tour in Paris. Das slowenische Rad-Wunderkind Tadej Pogacar krönte sich zum zweitjüngsten Sieger der Tour-Geschichte.

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