Utopische Summen im Reitsport

Totilas und Co.: Darum sind besondere Pferde Millionen wert

Totilas
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29. Dezember 2020 - 15:46 Uhr

Mit besonderen Pferden lässt sich ein gutes Geschäft machen

Er war das wohl bekannteste Pferd Deutschlands: Wunderhengst Totilas. Das Dressurpferd, das im Dezember 2020 an einer Kolik verstarb, war nicht nur im Reitsport ein "Popstar". Für die unglaubliche Summe von rund 10 Millionen Euro kaufte der Deutsche Paul Schockemöhle 2010 das Tier. Summen, die im Reitsport nicht ungewöhnlich sind. Denn mit den richtigen Pferden lässt sich ein gutes Geschäft machen – auch abseits von Wettbewerben und Preisgeldern.

Auch ohne Erfolge nach Verkauf: Totilas war sein Geld wert

Die Karriere von Totilas nach seinem Verkauf im Jahr 2010 schien klar: Sein neuer Besitzer Schockemöhle durfte auf WM- und Olympiamedaillen, Turniersiege und Preisgelder hoffen, denn das Pferd hatte bereits unglaubliche Leistungen erzielt.

Mit seinem holländischen Besitzer Edward Gal gewann Totilas bei der Weltmeisterschaft 2010 gleich dreimal Gold. Gal war in der Lage, den Hengst tanzen zu lassen. Sie erhielten in ihrer gemeinsamen Karriere mehrmals Weltrekord-Wertungen. 2009 hatte Totilas wohl seinen legendärsten Auftritt: Als erstes Pferd erhielt er für eine Grand Prix-Kür über 90 Prozent. Vier Jahre lang hielt der Rekord.

Doch der Deutsche Matthias Rath konnte mit dem Wunderhengst nicht an die Erfolge anknüpfen. Eine "Fehlinvestition" war Totilas für Besitzer Schockemöhle aber nicht. Besondere Pferde sind wegen ihres Stammbaums und ihres Blutes Millionen wert – nicht wegen kurzfristiger Erfolge.

Rasse und Stammbaum machen Pferde teuer

Mit entscheidend für den Preis ist einerseits die Rasse. Zu den teuersten zählen das englische Vollblut, der Vollblutaraber und das American Quarter Horse. Neben der Rasse spielt die Abstammung des Tieres eine herausragende Rolle. Ein erfolgreicher Stammbaum lässt den Wert ordentlich wachsen. Gute Leistungen der Vorfahren im Sport und bei der Zucht erhöhen die Chancen auf einen ebenso gut performenden Nachwuchs

Genau deshalb haderte Schockemöhle wohl nie mit dem teuren Kauf von Totilas und gab 2019 offen zu: "Ich wollte mir sein Blut sichern." Nach seiner Karriere als Dressurpferd kam der Wunderhengst als Deckhengst zum Einsatz, zeugte bis zu seinem Tod über 1000 Fohlen. Ein Geschäft, das sich lohnt: Für den Totilas-Samen zahlten Züchter um die 2500 Euro.

Rennpferde sind deutlich teurer als Dressurpferde

Auch wenn Totilas in Deutschland das wohl bekannteste Pferd ist, das teuerste Tier im Reitsport ist er nicht gewesen: Die teuersten Rennpferde sind noch um einiges teurer als Wunderpferd Totilas. Für Fusaichi Pegasus wurden vor 20 Jahren rund 64 Millionen US-Dollar ausgegeben.

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