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Totenmesse für Katze: Londoner Kirche trauert um "Doorkins"

Bischof kritisiert Aktion als „höchst unsensibel“

Kirche hält Trauerfeier für geliebte Streunerkatze „Doorkins"

Katze "Doorkins Magnificat" aus der Southwark Cathedral in London
"Doorkins Magnificat" wurde von allen in der Southwark Cathedral geliebt
ddp/interTOPICS/Photoshot

„Doorkins Magnificat“ lebte 7 Jahre lang in der Kathedrale

Bevor sie vor sieben Jahren ein neues Zuhause in der Southwark Cathedral in London fand, lebte „Doorkins Magnificat“ von Essensresten auf der Straße. Doch dann lernte die Kirchengemeinde die Streunerkatze lieben – bis über ihren Tod hinaus: Um ihr die letzte Ehre zu erweisen, hielt der Dekan Andrew Dunn eine Totenmesse für das Tier ab. Die Geste stieß allerdings nicht bei allen auf Verständnis.

Kirchen-Katze traf sogar die Queen

Katze "Doorkins" aus der Southwark Cathedral in London
Kirchenkatze "Doorkins" bekam sogar eine eigene Wasserspeier-Figur
ddp/interTOPICS/Photoshot

30 Menschen kamen, um sich in der Kathedrale von „Doorkins Magnificat“ zu verabschieden. Über Jahre hinweg war sie durch die Gänge der Kirche gestrichen, hatte ihre Nickerchen auf den Kirchenbänken gehalten und sich nach und nach zum festen Mitglied der Gemeinde gemausert. Sie hatte ihre eigenen Social-Media-Accounts, wurde der Star eines Kinderbuchs und durfte sogar die Queen treffen.

Ende September war die geliebte Katze schließlich an Leberversagen in den Armen von Küster Paul Timms gestorben, der sie bis zu ihrem Tod bei sich zu Hause gepflegt hatte. Ihre letzte Ruhestätte bekam sie im Garten der Kirche.

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„Ich hoffe, das ist ein Witz“

Obwohl die Katze so vielen etwas bedeutete, erntete Dekan Dunn für die Trauerzeremonie Kritik aus den eigenen Reihen: „Ich hoffe, das ist ein Witz“, kommentierte Bischof Philip North die Ankündigung auf Twitter. „Wenn nicht, ist das höchst unsensibel gegenüber trauernden Familien und denen, die für sie unter den regionalen Coronavirus-Beschränkungen Gottesdienste halten.“ Doch andere nahmen die Entscheidung der Kirche sofort in Schutz: „Sie sollten sich schämen und sich entschuldigen. Doorkins‘ wundervolle Seele hat so viele Leben berührt und ihnen Freude bereitet, inklusive mir selbst. Möge sie in Frieden ruhen“, antwortete User Paolo Thomas.

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„Diese kleine Katze hat unser Leben verändert“

Dekan Andrew Dunn von der Southwark Cathedral London
Dekan Andrew Dunn trauert gemeinsam mit seiner Kirchengemeinde um "Doorkins"
ddp

Auch Dekan Dunn erklärte in seiner Trauerrede für „Doorkins“ laut der britischen „Metro“: „Manche mögen denken, dass Katzen keine Zeremonien und Trauerreden und Gebete verdient haben, dass ihr Tod ohne einen Kommentar verstreichen solle. Aber ich kann dem nicht zustimmen (…). Diese kleine Katze, die vor unserer Tür saß und uns auswählte und blieb, hat unser Leben verändert und unsere Mission und Predigt verbessert.“

Und Paul Timms ergänzte: „Sie starb an diesem Abend in meinen Armen, zum Klang einer vertrauten Stimme. Es ist also nur passend, dass ihrer auf diese Weise gedacht wird – für all die Freude und den Trost, den sie so vielen Menschen gegeben hat, die sich mit ihrer Geschichte identifizieren konnten. Einer Geschichte, die Aspekte unseres menschlichen Seins widerspiegelt, der Fürsorge, Gastfreundschaft gegenüber Fremden, Freundschaft, Kameradschaft und bedingungsloser Liebe.“