Tote nach Erdbeben in Mexiko - Jetzt droht ein Tsunami

08. September 2017 - 14:09 Uhr

Das Erdbeben in Mexiko hatte eine Stärke von 8,2

Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,2 hat Mexiko erschüttert. Dabei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben. Der Fernsehsender 'Foro TV' sprach sogar von 15 Todesopfern. Das Beben ereignete sich 137 Kilometer südwestlich von Tonalá in einer Tiefe von 19 Kilometern, teilte das Seismologische Institut in Mexiko mit. Küstenbewohner wurden dazu aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum gab eine vorläufige Tsunami-Warnung für Mexiko, Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua, Panama, Honduras und Ecuador aus. Mexiko muss sich außerdem noch auf Hurrikan 'Katia' vorbereiten. 

Baby starb, weil Beatmungsgerät ausfiel

Erdbeben war auch in Mexiko-Stadt zu spüren
Auch in Mexiko-Stadt waren die Erschütterungen zu spüren, die Menschen flohen ins Freie.
© REUTERS, CLAUDIA DAUT, CDG/FL

Das Erdbeben war sogar in der 700 Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt und den Bundesstaaten Puebla, Veracruz und Guerrero zu spüren. Die Menschen flohen auf die Straßen. Das Seismologische Institut hatte zuvor eine Stärke von 8,4 ermittelt. Mexikos Staatspräsident sprach von 8,2. Damit ist es das stärkste Beben in Mexiko seit 1934. 

Nach Angaben von Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong wurden inzwischen drei Todesopfer im Bundesstaat Chiapas gemeldet. Zwei Frauen starben, als ihr Haus einstürzte. Im Bundesstaat Oaxaca brach ein Hotel zusammen, allerdings ist unklar, ob sich noch Meschen darin befanden. 

Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Krankenhaus wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte, ein weiteres Kind wurde beim Einsturz einer Mauer getötet. Auch nahe der mexikanischen Grenze in Guatemala gab es offenbar einen Toten, das sagte Präsident Jimmy Morales dem britischen Sender BBC. Dort ist die Lage aber noch unübersichtlich. 

Warnung vor großen Tsunami-Wellen

In Mexiko-Stadt meldeten die Elektrizitätswerke zahlreiche Stromausfälle. Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, warnte die Menschen an der Küste der Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas vor Tsunami-Wellen bis zu 4,20 Meter Höhe. 

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto kündigte rasche Notfallmaßnahmen an. Er habe sofortige Krisensitzungen der zuständigen Regierungsstellen angeordnet, "um die Lage zu überwachen, zu bewerten und um Maßnahmen zu ergreifen", teilte er auf Twitter mit.

Das Helmholtz-Zentrum in Potsdam gab die Tiefe des Bebens zunächst mit 50 Kilometern an. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte lag das Zentrum 96 Kilometer südwestlich von Pijijiapan. Die betroffene Region liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird.

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Im Golf von Mexiko ist derzeit zudem der Hurrikan 'Katia' unterwegs. Eine Hurrikan-Warnung sei für Teile des Staats Veracruz ausgegeben worden, berichtete der Wettersender 'Hurricane News'. Im Osten Mexikos könnte es am Freitag und am Wochenende zu heftigem Regen und Sturmböen kommen.