Gesundheitsorganisationen warnten

"Tote Mädchen lügen nicht": Umstrittenste Szene der 1. Staffel wurde nachträglich geschnitten

© Beth Dubber/Netflix, SpotOn

16. Juli 2019 - 12:00 Uhr

Explizite Darstellung versetzte Eltern und Experten in Sorge

Sie gehört zu den meistdiskutierten Netflix-Serien: "Tote Mädchen lügen nicht" erzählt die Geschichte der Schülerin Hannah (gespielt von Katherine Langford), die sich nach Mobbing-Attacken ihrer Mitschüler das Leben nimmt. Eine besonders drastische Szene aus Staffel eins wurde nun nachträglich entfernt.

"Möglicherweise nicht für ein jüngeres Publikum geeignet"

Im Finale der ersten Staffel zeigte eine rund dreiminütige Szene explizit Hannahs Suizid: Die Schülerin griff zu einer Rasierklinge. Zu Beginn der Folge wurde die Warnung eingeblendet, dass die Episode "möglicherweise nicht für ein jüngeres Publikum geeignet" sei und "explizite Darstellungen von Gewalt und Selbstmord" enthalte. Kurz vor dem Start der 3. Staffel hat der Streamingdienst besagte Szene nun herausgeschnitten, wie er in einem Statement erklärt.

Auf Anraten von Medienexperten, unter anderem die Vorsitzende der amerikanischen Organisation für Suizidprävention Dr. Christine Moutier, habe Netflix gemeinsam mit Serienschöpfer Brian Yorkey (49) entschieden, die Szene herauszunehmen. "Wir glauben, dass diese Bearbeitung dabei helfen wird, jegliches Risiko für besonders schutzbedürftige junge Zuschauer zu minimieren", erklärt Yorkey.

Hannah-Darstellerin Katherine Langford ist nun lediglich zu sehen, wie sie ein letztes Mal in den Spiegel blickt. Danach finden die Eltern den leblosen Körper ihrer Tochter im Badezimmer. Beide Szenen waren auch Teil der ursprünglichen Version.

Gesundheitsorganisationen warnten vor der Serie

Der Cast von "Tote Mädchen lügen nicht".
Der Cast von "Tote Mädchen lügen nicht".
© 2018 Getty Images, Frazer Harrison

"Tote Mädchen lügen nicht" (Im Original: "13 Reasons Why") basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jay Asher (43). Kritiker bewerteten die Serie positiv, weil sie wichtige Themen wie Mobbing, Gewalt, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und Suizid aufgreift. Gesundheitsorganisationen warnten aber zeitgleich davor, dass die Serie bei jungen Zuschauern psychische Probleme hervorrufen könnte.

Wenn Sie Selbstmord-Gedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (www.frnd.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreichen Sie Menschen, die Ihnen die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

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