Tote Lisa-Marie: Täter spielte den Ahnungslosen

"Eine Stunde lang gequatscht"

Vom Freund zum Mörder: Lukas M. hat gestanden, die 18-jährige Lisa-Marie, mit der er jahrelang befreundet war, getötet zu haben. Zuvor hatte er noch in einem Interview mit der 'Hamburger Morgenpost' beteuert, dass er sich schuldig fühle. Denn Lisa-Marie besuchte ihn, bevor sie spurlos verschwand. "Auch wenn mir alle sagen, dass ich nichts dafür kann: Ich mache mir wegen Lisas Verschwinden trotzdem Vorwürfe. Ich hätte sie begleiten müssen!", so Lukas M. in dem Interview. Warum er sich wirklich schuldig fühlte, ist inzwischen allgemein bekannt.

Lisa-Marie, Tornesch
Lisa-Maries wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.

In dem Gespräch erinnerte sich Lukas, dass ihn seine Freundin kurz vor ihrem Verschwinden gegen 15.30 Uhr besucht habe. Bei dem Treffen hätten sie hätten "eine Stunde lang gequatscht". "Sie erzählte mir, dass sie ein bisschen Stress zu Hause und mit ihrem Freund hat", sagte er laut Bericht weiter. Eine Stunde später habe sich Lisa-Marie auf den Weg nach Hause gemacht.

Aus kranker Fantasie wird traurige Realität

Die Leiche der 18-Jährigen war hinter Lukas M.s Elternhaus entdeckt worden. Offenbar wurde sie von ihm von hinten erwürgt. Zumindest den Mord hat der 16-Jährige inzwischen gestanden.

In Tornesch ist die Bestürzung groß. "Sie war sehr kindlich aufgeschlossen, nett und witzig", so ein Kollege von der Freiwilligen Feuerwehr. Auch Lukas M. war dort Mitglied. Auf seine Spur brachte die Ermittler offenbar ein Zeuge, der den Beamten erzählt haben soll, dass sich der 16-Jährige häufig Gewalt-Videos im Internet anschaute, in denen Frauen gewürgt werden.

Jetzt wurde aus seiner offenbar kranken Phantasie wohl tödliche Realität. Lukas M. befindet sich derzeit in der Jugendstrafanstalt in Schleswig.

Lisa-Marie war am Mittwochabend vergangener Woche von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden und am nächsten Morgen nicht bei der Arbeit erschienen. Zuletzt war die 18-Jährige laut Polizei am späten Mittwochnachmittag in Tornesch gesehen worden. Der Vater der Vermissten organisierte eine Suche mit einem Hubschrauber, die Polizei setzte Spürhunde ein.