Tote Forscherin auf Kreta:

Das passierte in letzten Stunden von Suzanne Eatons Tod

12. Juli 2019 - 23:15 Uhr

Studienleiterin der Tagungsstätte erzählt

Dr. Suzanne Eaton, Forscherin am Dresdener Max-Planck-Institut wurde ermordet auf Kreta gefunden. Die Frau wurde vermutlich erstickt und dann in einen ehemaligen Nazi-Bunker geworfen. Die Wissenschaftlerin war für eine Tagung auf die griechische Insel gekommen. Studienleiterin Katerina Karkala-Zorba organisierte dieses Treffen. Sie weiß, wie die 59-Jährige die letzten Stunden vor ihrem Tod verbracht hat. Im Video erzählt sie, was passiert ist.

Nach dem Mittagessen verschwand die Forscherin

HANDOUT - 09.07.2019, Sachsen, Dresden: Die Molekularbiologin Suzanne Eaton. (zu dpa: Vermisste Dresdner Wissenschaftlerin tot auf Kreta gefunden) Foto: ---/Biotechnologisches Zentrum der TU Dresden/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im
Spitzenforscherin aus Dresden tot auf Kreta gefunden.
© dpa, ---, dna kno

Für Karkala-Zorba ist es immer noch schwer zu fassen, was Suzanne Eaton zugestoßen ist. "Wir fühlen uns natürlich verantwortlich für all unsere Gäste hier", sagt die Studienleiterin der Orthodoxen Akademie Kreta. Die Dresdener Forscherin war schon mehrfach bei ihnen und habe sich immer sehr wohl gefühlt. "Eine sehr freundliche und wirklich auch sehr emanzipierte Frau, die genau wusste, was sie wollte", erzählt Karkala-Zorba im RTL-Interview.

Der Biologen-Kongress begann am 1. Juli, die Forscherin sei aber schon einen Tag früher angereist. Am 2. Juli wurde sie dann zuletzt lebend gesehen. Auf dem Gruppenfoto kurz vor dem Mittagessen ist die 59-Jährige noch mit drauf. Nach dem Mittagessen hatten alle Teilnehmer ein bisschen Freizeit. Suzanne Eaton habe Klavier gespielt. "Das war wahrscheinlich auch das Letzte, was wir hier in der Akademie von ihr gehört haben", erinnert sich Karkala-Zorba.

Beim Joggen muss Suzanne Eaton etwas zugestoßen sein

Dann habe die Wissenschaftlerin ihre Laufschuhe angezogen und sei Joggen gegangen. Zeugen hätten sie zwischen halb drei und halb vier Uhr am Nachmittag auch auf dem Rückweg zur Akademie gesehen. Dann wäre auch das Programm weitergegangen. Doch Suzanne Eaton kam dort nie an.

Stattdessen wurde die Forscherin eine Woche später tot in dem Bunker gefunden. Die Polizei geht von einem Gewaltdelikt aus und kann auch ein Sexualverbrechen nicht ausschließen. Was genau der Frau passierte, sollen nun weitere Ermittlungen klären. Wie es in dem Schacht aussah, in dem die Leiche gefunden wurde - im Video oben.

Studienleiterin brachte auch die Familie der Vermissten unter

Besonders schlimm war für die Studienleiterin der Moment, als die Familie der Forscherin anreiste. Suzanne Eaton galt zu diesem Zeitpunkt noch als vermisst. "Die wollten gleich suchen gehen", erzählt Karkala-Zorba im Interview. "Ihre erste Einstellung war: Ich habe Wanderschuhe an. Ich gehe. Das hat der eine Sohn gesagt." Die Mitarbeiter der Akademie konnten ihn gerade noch davon abhalten, ohne Sonnenschutz in der prallen Hitze loszulaufen.

Alle seinen wirklich "nervös und verstört" gewesen bei ihrer Ankunft. Die Studienleiterin glaubt auch, dass es zumindest eine kleine Erleichterung für die Familie war, als Suzanne Eaton endlich gefunden wurde. Denn alle ahnten wohl schon, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Die Forscherin hatte Geldbeutel, Ausweis und Handy in ihrem Zimmer gelassen. Sogar ihre Tür ließ sie unverschlossen, so sicher fühlte sie sich auf der Insel.