Total überwacht: Videokameras verfolgen uns

18. März 2014 - 15:29 Uhr

Was steckt hinter dem Kontroll-Wahn?

Überwachungskameras verfolgen jeden Menschen - zumindest in größeren Städten - auf Schritt und Tritt. Im Kaufhaus sowieso, aber auch vor dem Bahnhof, an vielen Straßenecken, im Restaurant, vor Schaufenstern und sogar beim Zahnarzt. Unser Reporter Thorsten Sleegers wollte wissen, wie viele Spion-Augen ihn bei einem kleinen Stadtbummel ins Visier nehmen und hat Buch geführt.

Totale Überwachung in der City?
Überall und nirgends: In deutschen Innenstädten hängen unzählige Überwachungskameras - viele sind allerdings so gut versteckt, das es illegal ist.
© dpa, Arno Burgi

Das Ergebnis seiner Zählung hat ihn erschreckt: Mehr als 200 Kameras sind ihm aufgefallen. Und das waren nur die gut sichtbaren. Viele Kameras sind jedoch auch versteckt angebracht und nicht ohne weiteres zu erkennen. Kontrolle total!

Mit einem Datenschutzexperten macht der Reporter die Probe aufs Exempel: Vielerorts wird gar nicht erst auf eine Videoüberwachung hingewiesen, was eigentlich zwingend vorgeschrieben ist. Und auch die Position einiger Kameras ist äußerst bedenklich. So filmen Kameras aus Geschäften heraus Passanten, die überhaupt nicht mit dem Geschäft zu tun haben. In manchen Geschäften und Restaurants lässt die Position der Kameras nur einen Schluss zu: Sie dienen offenbar der Kontrolle der Mitarbeiter. Auch das ist bei uns nur in Ausnahmefällen und bei besonders gefährdeten Branchen gestattet.

Auch die Polizei darf nicht einfach nach Gefühl Kameras installieren. Die gesetzlich garantierten Persönlichkeitsrechte stehen höher als mögliche Sicherheits- und Kontrollinteressen. Doch offenbar stört die rapide zunehmende Video-Überwachung nur wenige Bürgerinnen und Bürger.