Windgeschwindigkeiten von bis zu 218 km/h

Tornados verwüsten Südosten der USA – mindestens 22 Tote

04. März 2019 - 7:50 Uhr

Auch Kinder unter den Opfern

Eine Serie von Wirbelstürmen hat im Südosten der USA mehr als ein Dutzend Menschen das Leben gekostet. Verschiedene US-Medien wie CNN und der örtliche Sender WFSA 12 berichteten am Sonntagabend (Ortszeit) unter Berufung auf den Sheriff von Lee County im Bundesstaat Alabama, dass mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen seien, darunter mehrere Kinder. Zudem gebe es mehrere Vermisste und Schwerverletzte.

Warnungen der Behörden missachtet

Wirbelstürme in Alabama und dem benachbarten Georgia.
Die Wirbelstürme in Alabama und dem benachbarten Georgia erreichten Windgeschwindigkeiten von bis zu 218 km/h.
© dpa, Uncredited, pat

Neben Alabama wurden auch Gebiete im benachbarten Georgia von den Tornados getroffen, die laut nationalem Wetterdienst Windgeschwindigkeiten von bis zu 218 km/h erreichten. Die Rede war von rund einem Dutzend Wirbelstürmen in beiden Bundesstaaten. Besonders hart traf es anscheinend die Gemeinde Beauregard, aus der massive Schäden gemeldet wurden.

Die Behörden hatten zwar eine Warnung vor gefährlichen Tornados erlassen und die Bewohner der Gegend zu äußerster Vorsicht angehalten. Doch die Warnungen gingen teils ins Leere. Selbst US-Präsident Donald Trump meldete sich über Twitter zu Wort und rief dazu auf, sich für weitere Wirbelstürme zu wappnen.

Tornado von einem Kilometer Durchmesser in den USA

USA, Smiths Station: Ein Mobilfunkmast liegt auf einem Highway, nachdem ein Tornado in der Gegend gewütet hat.
Ein Mobilfunkmast liegt auf einem Highway, nachdem ein Tornado in der Gegend gewütet hat.
© dpa, Mike Haskey, pat

Laut Wetterdienst hatte der erste Tornado, der Lee County traf, einen Durchmesser von fast einem Kilometer. Aufnahmen vom Ort des Geschehens zeigten zerstörte Häuser, entwurzelte Bäume und mit Trümmern übersäte Straßen. Nahe der Stadt Smiths Station stürzte ein Mobilfunkmast auf eine vierspurige Schnellstraße. In tausenden Haushalten fiel der Strom aus. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Bergungsarbeiten und die Suche nach Opfern wurden jedoch durch die einbrechende Dunkelheit erschwert.

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"Tag der Zerstörung"

Der Sender WFSA 12 zitierte den Rechtsmediziner von Lee County, Bill Harris, demzufolge die Retter zu einigen der betroffenen Ortschaften wegen der chaotischen Lage noch gar nicht durchdringen konnten. Einige Verletzte seien von Lastwagenfahrern aus der Gefahrenzone gebracht worden. "Das ist ein Tag der Zerstörung für Lee County", sagte Harris. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir zu meinen Lebzeiten schon einmal eine solche Lage mit Massen an Opfern gehabt hätten."