Vater-Tochter-Check im Kinderzimmer

Tigerbox Touch oder Toniebox: Wer gewinnt das Hörspiel-Player-Duell?

Kinderleicht zu benutzen: Die Tigerbox Touch
© RTL

10. Januar 2020 - 11:54 Uhr

Unsere Erfahrungen mit Tigerbox und Toniebox

Lange gab es im Kinderzimmer meiner Tochter Lene (5) ein konkurrenzlos cooles Lieblings-Spielzeug: Die Toniebox. Kein Wunder, schließlich ist das Teil quietschbunt, kompakt und es erzählt tolle Geschichten. Der Hörspiel-Player lief mehrere Stunden täglich, mehrmals pro Woche stand meine Tochter mit großen Augen im Kaufhaus vor dem Regal mit den Tonies - so heißen die lustigen (aber leider ziemlich teuren) Figuren mit integriertem Hörspiel-Chip. Doch dann stand plötzlich eine neue Hörspiel-Box im Kaufhaus-Regal: Die Tigerbox Touch. Meiner Tochter fiel direkt das blinkende Display des Geräts ins Auge, mir die deutlich günstigeren Hörspiele... Die Zeit für ein Player-Duell war gekommen. Hörspiel-High-Noon im Kinderzimmer. Welches Gerät uns im Vater-Tochter-Check überzeugt hat, erfahren Sie hier.  
von Sebastian Priggemeier

Hörspiele sind immer noch angesagt

TKKG, Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg - ich bin selbst mit Hörspielen groß geworden. Das war Mitte der 1980er-Jahre und damals gab es noch Kassetten. Und Kabelsalat, der durch den geschickten Einsatz eines Bleistifts wieder behoben werden konnte. Heute ist das alles nicht mehr nötig. Aber das Prinzip des Hörspiel-Trägers ist immernoch aktuell. Und die Liebe der Kinder zu Hörspielen auch. Mir wird jedes Mal warm ums Herz, wenn meine Tochter nach einem langen Kindergarten-Tag zu Hause auf dem Teppich liegt, gedankenverloren malt und dabei eine Geschichte hört. Hach! Am liebsten würde ich mich direkt dazulegen.

Zurück zum Test! Statt auf Tonband sind die Geschichten auf einem Chip gespeichert, in die Cloud übertragbar und digital abrufbar. Das ist natürlich praktisch. Einmal mit dem WLAN verbunden, sind die modernen Hörspiel-Player sofort einsatzbereit - auch unterwegs im Offline-Modus (beispielsweise, wenn eine lange Autofahrt in den Urlaub ansteht). Und ja, es gibt auch passende Kinder-Kopfhörer*, damit die Eltern nicht jedes Hörspiel mitbekommen.

Früher war es möglich, zu Hause Kassetten aufzunehmen. Liebeslieder, eigene Radio-Shows, komische Geräusche. All das landete auf den Tonbändern, wenn die Langeweile im Kinderzimmer mal wieder groß war. Zumindest bei der Toniebox ist das auch heute möglich - mit Kreativ-Tonies* zum Selbstbespielen per Smartphone-App.

Toniebox-Test: Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Toniebox in pink
Fällt ins Auge und bleibt im Ohr: Die Toniebox ist auf jeden Fall eine Bereicherung fürs Kinderzimmer
© Amazon.de

Die Toniebox ist ein zwölf Zentimeter großer Lautsprecher-Würfel ohne Ecken und Kanten, Regler, Knöpfe, Scheiben oder Kabel. Er lässt sich kinderleicht bedienen, ist weich, stoßfest und genäht aus strapazierfähigem Stoff. Das Gerät verfügt über einen Kopfhöreranschluss, einen Akku sowie über ein großes und ein kleineres "Ohr", an dem Kinder durch Drücken die Lautstärke einstellen können. Durch einen Klaps links oder rechts lässt sich zwischen den Kapiteln springen.
Empfohlen für Kinder ab 3 Jahren

So funktioniert die Toniebox: Auf den Tonies* (fünf bis acht Zentimeter große Hörfiguren, Preis: knapp 15 Euro) sind Geschichten von Räuber Hotzenplotz, Disney oder Heidi, aber auch Musik oder Wissensthemen für Kinder von drei bis acht Jahren gespeichert. Einfach auf die Box stellen, schon startet das Hör-Abenteuer. Per WLAN werden beim ersten Aufstellen des Tonies die passenden Inhalte aus der Cloud heruntergeladen und in der Toniebox gespeichert. Durch einen NFC-Chip im Tonie weiß die Toniebox immer, welcher Inhalt abgespielt werden soll, wenn die Figur auf der Toniebox steht. Wird der Tonie heruntergenommen, stoppt die Wiedergabe automatisch, um beim nächsten Aufstellen genau dort wieder zu starten.

Preis für das Starterset: ca. 80 Euro

Vorteile:

  • Lange Akkulaufzeit. Das Gerät muss erst nach mehreren Tage im Einsatz wieder auf die Ladestation
  • Wirklich intuitive und kinderleichte Bedienung
  • Tolle Hör-Figuren, die auch zum Spielen benutzt werden können
  • Robuste Bauweise (kaum kaputt zu kriegen)
  • Gute Soundqualität
  • In 6 Farben erhältlich
  • Der Akku ist schnell wieder aufgeladen (rund 3 Stunden)

Nachteile:

  • Einzelne Kapitel der Hörspiele lassen sich nicht gut auswählen. Problem: Der Klaps zum Vor- und Zurückspringen funktioniert teilweise nicht und es ist nicht ablesbar, welches Kapitel gerade läuft
  • Der Preis von 12 bis 15 Euro pro Tonie ist happig, auch weil die Hörspieldauer zwischen 30 und über 90 Minuten variiert, der Preis aber leider nicht
  • Kein Anschluss für andere Abspielmedien wie Speicherkarten, auch ein USB-Anschluss fehlt

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Tigerbox Touch im Test: Vorteile und Nachteile

Tigerbox Touch
Die Tigerbox ist eine absolute Alternative zur Toniebox
© Saturn.de

Mit der 11,5 Zentimeter großen, würfelförmigen Tigerbox Touch können sich Kids frei und eigenständig durch die große Hörspielwelt klicken – ohne Smartphone und weitestgehend ohne die Hilfe der Eltern. Wenn Mama oder Papa für 9,99 Euro ein sogenanntes "Tigerticket" kaufen (es gibt eine 1-, 3- und 6-Monats-Variante) haben die Kleinen Zugriff auf über 2.500 werbefreie Hörspiele und Lieder. Zusätzlich sind inzwischen mehr als 40 Tigercards mit einzelnen Hörspielen erhältlich, beispielsweise Geschichten von Benjamin Blümchen, dem Drachen Kokosnuss oder der Eiskönigin (ab 5,99 Euro).
Empfohlen für Kinder zwischen 2 und 12 Jahren

So funktioniert die Tigerbox: Tigercard einschieben oder Tigerticket registrieren, schon erklingen die Hörspiele wie durch Zauberei. Abonnenten streamen Lieder oder Geschichten.  

Preis für das Starterset: rund 100 Euro

Vorteile:

  • Leichte Bedienung durch 3,9 Zoll großes Tochdisplay
  • Mit eingebautem Nachtlicht und LED-Leiste
  • Vergleichsweise günstige Hörspiele-Flatrate nach dem Netflix-Prinzip
  • Einzelne Hörspiele (Tigercards) sind deutlich billiger
  • Richtig satter Stereo-Sound
  • In 3 Farben erhältlich

Nachteile:

  • Extrem kurze Akkulaufzeit (laut Hersteller bis zu 8 Stunden, im Test hielt das Gerät maximal 4 Stunden am Stück durch)
  • Auch das Aufladen des Akkus mit dem Netzteil dauert sehr lange - etwa 8 bis 9 Stunden
  • Verliert ab und zu das WLAN-Signal

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Fazit: Klarer Test-Sieg für...

Toniebox und Tigerbox Unterschiede
Tigerbox Touch und Toniebox von oben: Das Display erleichtert die Bedienung der Box enorm
© RTL

... die Tigerbox Touch. 

Seit wir das Gerät zu Hause haben, ist die Toniebox stumm geblieben. Das Urteil meiner Tochter ist also eindeutig: Sie nutzt den Player mit Display lieber. Warum? "Weil ich damit so viele Disney-Geschichten hören kann", sagt sie. Durch das Streaming-Abo hat sie die freie Wahl zwischen diversen Disney-Klassikern - ob Eiskönigin oder Dumbo, das entscheidet sie nach Lust und Laune. Für den gleichen Effekt auf der Toniebox hätte ich mehrere Tonies zum Preis von je 15 Euro kaufen müssen. Das ist mir persönlich zu teuer. Sicher sind die Tonies hochwertig produziert und die Kinder können theoretisch damit spielen - meine Tochter macht das aber nicht. Die Figuren sind ja auch in erster Linie zum Hören da.

Auch der Stereo-Sound der Tigerbox hat uns von Beginn an überzeugt. Sie ist gut verarbeitet, gleichzeitig nicht zu schwer und kinderleicht zu bedienen. Ganz klar: Die Akkuleistung gibt Punktabzug, verändert aus unserer Sicht aber nichts am überragenden Preis-Leistungsverhältnis der Tigerbox. Laut Hersteller Tigermedia soll das Akkulaufzeit-Problem übrigens durch ein herunterladbares Software-Update im Januar 2020 behoben werden. Bei uns steht der Player ohnehin meist im Kinderzimmer - und wird dann eben an die Steckdose angeschlossen, wie viele andere Geräte auch. Die Toniebox ist für jüngere Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahre eine sehr gute Wahl, weil die Bedienung per Touchdisplay in diesem Alter noch nicht ohne Weiteres klappen wird.

Letztendlich ist es großartig, dass wir als Eltern heute die Wahl zwischen mehreren hochwertigen Playern haben, die intuitiv und zuverlässig funktionieren - ganz ohne Kabelsalat.

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