Eklat nach Pokal-Aus in Dresden

HSV-Profi stürmt auf die Tribüne und legt sich mit Fan an

15. September 2020 - 9:40 Uhr

Toni Leistner brennen die Sicherungen durch

Wilde Szenen nach dem bitteren Pokal-Aus des Hamburger SV bei Drittligist Dynamo Dresden (1:4). Der frühere Dynamo-Kicker Toni Leistner stürmt aufgebracht auf die Ränge, packt einen Fan am Kragen und stößt ihn zu Boden.

Emotionen kochen hoch

Leistners Aussagen zufolge waren Provokationen durch einen Dynamo-Fan Auslöser für den Ausraster. "Meine Familie lasse ich nicht beleidigen", sagte der Innenverteidiger bei Sky, nachdem er wieder von der Tribüne herunter gekommen war.

Leistner ist gebürtiger Dresdner und spielte von 2010 bis 2014 für Dynamo. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, wie der 30-Jährige wutentbrannt auf die Tribüne stürmt und sich den Dynamo-Fan vorknöpft, es kommt zum Handgemenge, andere Fans gehen dazwischen.

Leistner entschuldigt sich

Noch am Abend zeigte der HSV-Zugang Reue. "Ich entschuldige mich in aller Form für mein Verhalten und kann nur versprechen, dass mir - egal was mir an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird - so etwas nie wieder passieren wird", schrieb Leistner bei Instagram. Für den Innenverteidiger dürfte die Aktion dennoch ein Nachspiel haben.

Dynamo Dresden schlug ebenfalls versöhnliche Töne an. "Wir alle lieben den Fußball, weil er große Emotionen freisetzen kann. Und ja, Menschen machen Fehler. Toni Leistner ist ein Dresdner Junge, der sein Herz am rechten Fleck hat. Weiter geht's, Toni!", schrieben die Sachsen bei Twitter.

Auf Worte sollen jedoch auch Taten folgen: Dynamo will den pöbelnden Zuschauer identifizieren. Es sei "einfach nur beschämend", dass HSV-Profi Leistner "derart von einem Fan seines Heimatvereins nach dem Spiel beleidigt wurde", twitterten die Sachsen: "Wir suchen die Person, weil wir diesen Vorfall so nicht stehen lassen wollen."

Bei dem Erstrundenspiel waren ca. 10.000 Zuschauer im Rudolf-Harbing-Stadion zugelassen - so viele wie in keinem anderen deutschen Stadion am Pokal-Wochenende.