Leistner-Ausraster in Dresden

Dynamo-Fan widerspricht: Habe nicht Familie beleidigt

15. September 2020 - 16:35 Uhr

Dynamo Dresden: Fan bezichtigt Toni Leistner der Lüge

Der von HSV-Verteidiger Toni Leistner angegriffene Fußball-Fan in Dresden hat der Darstellung des Hamburger Profis widersprochen. Der Anhänger von Dynamo Dresden sagte gegenüber "Tag24": "Er rechtfertigt seinen Ausraster damit, dass ich seine Familie beleidigt haben soll. Das war definitiv nicht der Fall."

Fan droht der Ausschluss

Kurz bevor der Ex-Dresdner Leistner nach dem 1:4 in der ersten Runde des DFB-Pokals zum TV-Interview dran war, habe der Fan in seine Richtung gerufen. Als Leistner dran war, hätten sich die Schmährufe auf die Hamburger Niederlage bezogen. "Um die Familie ging es mit keinem Wort", sagte der Mann. Es seien die "üblichen Phrasen, die Fans nach so einem Spiel von sich geben" gewesen.

Der gebürtige Dresdner Leistner war daraufhin auf die Tribüne geklettert und hatte den Fan am Kragen gepackt und geschubst. Später entschuldigte sich der frühere Bundesliga-Profi für seine Attacke auf Instagram. "Am Ende hat er sich für seinen Ausraster entschuldigt, aber was ist das wert, wenn er die Tatsache so verdreht, dass ich seine Familie beleidigt hätte?", fragte der Fan. Mittlerweile sei der Kontakt mit dem Club hergestellt, dem Anhänger droht der Ausschluss. Gegen Leistner ermittelt der DFB-Kontrollausschuss.

HSV: "Werden ihn nicht fallenlassen"

Unterdessen hat sich der Hamburger SV Leistner gestellt. "Wir haben die Aktion am Abend in Dresden aufgearbeitet, uns die vorhandenen Videosequenzen angeschaut und uns auch die Berichte der Augen- und Ohrenzeugen zukommen lassen", teilte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt am Dienstag mit. "Wir haben ihm sehr deutlich mitgeteilt, dass wir den Vorfall nicht tolerieren, gutheißen, dass wir einen internen Umgang damit finden müssen und werden. Wir haben ihm aber auch versichert, dass er aufgrund seiner Handlung jetzt nicht von uns fallengelassen oder an den Pranger gestellt wird."

Eine Strafe wurde vorerst nicht verhängt. Mit der "internen Vorgehensweise" werde sich der Verein jetzt beschäftigen, heißt es. Boldt erklärte: "Das Niveau der Kommentare, die sich Toni aus dem Block anhören musste, ist unsäglich und leider keine Ausnahme mehr. Gegen solch drastische Beschimpfungen, ob beleidigend, homophob oder rassistisch, müssen wir im Fußball und auch in der Gesellschaft vorgehen."

RTL.de/dpa