Sie galten dort als ausgestorben

Tolle Nachricht: Kegelrobben sind zurück in der deutschen Ostsee!

18. März 2019 - 12:35 Uhr

Heringe locken die Robben an

Tierfreunde freuen sich über den putzigen Anblick, nur die Fischer sind weniger glücklich: Die Ostsee-Kegelrobbe kehrt nach Deutschland zurück. Angelockt werden die Tiere von den Heringen, die im Frühjahr laichen. "In den deutschen Ostseegewässern halten sich derzeit 200 bis 300 Kegelrobben auf", schätzt die Meeresbiologin Linda Westphal vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Die süßen Bilder der Robben und warum Fischer auf die Tiere lieber verzichten würden, sehen Sie im Video.

Im Mai ziehen die Robben weiter an ruhigere Strände

Im März und April findet man die meisten Kegelrobben an der deutschen Ostseeküste. Im Mai ziehen die Tiere für den Fellwechsel weiter nördlich an ruhigere Strände. Die gibt es in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein nicht, weil dort fast die gesamte Küste touristisch erschlossen ist. In Mecklenburg-Vorpommern halten sich im restlichen Jahr etwa 30 bis 50 Robben auf. In Schleswig-Holstein wurden bisher nur vereinzelt Ostsee-Kegelrobben gesichtet.

Kegelrobben galten in der deutschen Ostsee als ausgerottet

Eine junge Kegelrobbe (lat.: Halichoerus grypus) wälzt sich genießerisch und hingebungsvoll im Sand am Strand der Düne auf der Nordseeinsel Helgoland. Aufnahme vom 07.01.2008. Foto: Ronald Wittek +++(c) dpa - Report+++
Kegelrobben galten in deutschen Ostseegewässern seit 1920 als ausgerottet.
© picture-alliance/ dpa, Ronald Wittek

Im 19. Jahrhundert lebten in der Ostsee noch zwischen 80.000 und 100.000 Kegelrobben. Wegen der Schäden, die sie in der Fischerei anrichten, wurden sie stark bejagt und galten in den deutschen Ostseegewässern seit 1920 als ausgerottet. Bis in die 1980er Jahre sank der Bestand in der gesamten Ostsee auf etwa 2.500 Tiere. Schuld daran war neben der systematischen Bejagung die massive Verschmutzung des Meeres.

Heute leben dank effektiver, internationaler Schutzmaßnahmen wieder etwa 30.000 Kegelrobben in der Ostsee, sagt Meeresbiologin Linda Westphal. Der Bestand der geschützten Art sei mit dieser Zahl zunächst gesichert, aber sie dürfe nicht schrumpfen. Die größte Gefahr für Kegelrobben sei der ungewollte Beifang in den Netzen der Fischerei. Die Robben würden von dem Fang angelockt.

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Chance für den Tourismus

Die Meeresbiologin sieht in den Kegelrobben auch eine Chance für den Tourismus an der Küste. "Deutschlands größtes Raubtier bei einer Robbenexkursion zu beobachten, ist ein sehr beeindruckendes Naturerlebnis", versichert sie.

Quelle: DPA/ RTL.de