Tönnies: "Putin war ein Neuer-Fan"

Clemens Tönnies enthüllte die Hintergründe um den Neuer-Transfer.
Clemens Tönnies enthüllte die Hintergründe um den Neuer-Transfer.
© dpa, Bernd Thissen

15. Februar 2016 - 0:40 Uhr

Es war die Transfer-Geschichte des letzten Sommers: Das Tausziehen zwischen dem FC Bayern und Schalke 04 um Manuel Neuer beschäftigte die Öffentlichkeit über Monate. Wie Schalke-Boss Clemens Tönnies jetzt enthüllte, bestand eine Einigung allerdings schon seit dem Gastspiel der 'Knappen' in München am 30. April. Dass der Poker sich so lange hinzog, hatte einen besonderen Hintergrund.

"Wladimir Putin. Er war absolut in Manuel vernarrt, ein richtiger Fan von ihm. Er bat mich, alles zu tun, Manuel zu halten", sagte Tönnies der 'Sport Bild'. "Er sprach in der Wir-Form, was mich sehr stolz macht."

Russlands Ministerpräsident steht in enger Verbindung mit dem Schalker Hauptsponsor Gazprom und wollte sich angeblich auch am Gehalt des Nationaltorhüters beteiligen. "Bei Manuel war es keine Geld-Frage mehr - das mussten wir akzeptieren. Das zeigt, was für einen einwandfreien Charakter Manuel hat. Er wollte sich verändern", erklärte Tönnies das Scheitern der Bemühungen.

Ruf der Schalke Fans ist gefährdet

Die Reaktionen der Schalker Fans auf den Wechsel fielen extrem aus. Neuer wurde von den Anhängern beleidigt und verspottet. Tönnies erfüllen diese Tendenzen, die in Angriffe auf den ehemaligen Schiedsrichter Markus Merk mündeten, mit Sorge: "Beleidigungen jeglicher Art und Form sind unakzeptabel. Wenn einer mit Gegenständen nach Menschen schmeißt, dann ist das zu ahnden. Ich appelliere hier auch an die Zuschauer einzugreifen, wenn der Nebenmann über die Stränge schlägt."

Der Aufsichtsrats-Chef sieht das Bild des gesamten Vereins gefährdet. "Wir müssen aufpassen, dass der gute Ruf der Schalker Fans nicht verloren geht", so Tönnies.