Tödlichster Waldbrand in der Geschichte Kaliforniens: Die Zahl der Toten und Vermissten steigt weiter

15. November 2018 - 6:54 Uhr

Brände in Kalifornien: Über 60 Tote und über 600 Vermisste

Die Großbrände in Kalifornien haben weitere Todesopfer gefordert. Beim sogenannten "Camp"-Feuer im Norden des Bundesstaates stieg die Zahl der Toten auf 63. Das sind mehr Menschen als je zuvor, die bei einem Feuer in dem Bundesstaat ums Leben kamen. Die Zahl der Vermissten ist nach neuesten Zählungen drastisch von 200 auf 631 angestiegen.

Auch im Süden Kaliforniens brennt es

Von dem kleinen Ort Paradise blieben nur qualmende Ruinen übrig. Katastrophenschützer Brock Long sagte, es handele sich um ein komplexes Desaster, insbesondere wegen der völligen Zerstörung des Ortes. Hunderte Helfer in weißen Schutzanzügen und speziell ausgebildete Spürhunde müssen sich dort vorsichtig durch die Trümmer arbeiten, um nach Toten zu suchen. Auch der Wiederaufbau und die vorübergehende Versorgung der Menschen dort seien eine enorme Herausforderung.

Auch im Süden Kaliforniens brennt es. Nordwestlich von Los Angeles bei Malibu wütet seit Donnerstag das "Woolsey"-Feuer. Dort sind bislang zwei Menschen ums Leben bekommen.

Tausende Bewohner mussten aus ihren Häusern fliehen

In Südkalifornien fraßen sich die Flammen durch die pittoreske hügelige Gegend rund um den Promi-Wohnort Malibu. Tausende Bewohner der Gegend mussten sich in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen.

Auch die Villen mehrerer in und um Malibu ansässiger Stars brannten ab - darunter die Häuser von Popstar Miley Cyrus und ihrem Lebensgefährten Liam Hemsworth sowie von Schauspieler Gerard Butler und TV-Moderator Thomas Gottschalk.

Kaliforniens Gouverneur: "Es sieht aus wie ein Kriegsgebiet"

Seit einer Woche sind mehrere tausend Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen im Norden und im Süden Kaliforniens zu bekämpfen. Suchteams und Spürhunde arbeiten sich in den Brandgebieten durch die Trümmer, um nach Leichen zu suchen. Mehrere Todesopfer seien noch nicht identifiziert, sagte Sheriff Honea am Mittwochabend. DNA-Tests sollten dabei helfen.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown äußerte sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörung. "Es sieht aus wie ein Kriegsgebiet", sagte er. US-Innenminister Ryan Zinke, der die betroffenen Gebiete am Mittwoch besuchte, sprach von einer verheerenden Tragödie und betonte: "Das ist das schlimmste Feuer, das ich je gesehen habe."

Viele Menschen haben bei den Waldbränden alles verloren

​Vorübergehend müssten Schulen und eine medizinische Versorgung für die Bewohner des Ortes organisiert werden. Und jene, deren Geschäfte abgebrannt seien, bräuchten neue Jobs. "Das wird ein sehr langer und sehr frustrierender Prozess für die Menschen in Paradise." Der Wiederaufbau werde Jahre dauern.

Derzeit sind viele Menschen in Notunterkünften untergebracht. Die Behörden sind besorgt, dass sich dort Krankheiten schnell ausbreiten könnten. Die Gesundheitsbehörde im Butte County rief die Bevölkerung auch auf, sich und besonders Kinder vor der rauchverschmutzten Luft zu schützen und drinnen zu bleiben.