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Tödliches Autorennen in Berlin: Gericht verurteilt Raser wegen Mordes zu lebenslanger Haft

28. Februar 2017 - 17:16 Uhr

Bisher einmaliges Urteil für illegales Autorennen

Das Landgericht Berlin hat die beiden Angeklagten im Prozess um ein illegales Autorennen wegen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Der Prozess war bundesweit der erste, bei dem Autofahrer eines illegalen Autorennens wegen Mordes angeklagt wurden.

Ein wichtiges Zeichen gegen illegale Autorennen gesetzt

Die beiden 25 und 28 Jahre alten Angeklagten sollen während eines illegalen Autorennens in der Nacht zum 1. Februar 2016 einen schweren Unfall verursacht haben. Sie überfuhren während des Rennens mehrere rote Ampeln auf dem Berliner Kurfürstendamm.

Als ein Rentner mit seinem Jeep bei Grün über eine Kreuzung fuhr, konnte einer der beiden Raser nicht mehr rechtzeitig bremsen und krachte mit seinem Sportwagen in die Seite des Geländewagens. Das Auto des Rentners wurde dabei 70 Meter über die Straße geschleudert. Der 69-jährige Fahrer starb noch an der Unfallstelle.

Der zweite Raser konnte noch ausweichen und kam auf dem Gehweg zum Stehen. Der Unfallort glich einem Trümmerfeld. Die beiden Angeklagten kamen mit leichten Verletzungen davon.

'Bedingter Vorsatz' ausschlaggebend

Unfallwagen Autorennen Berlin.
Der Unfallort glich einem Trümmerfeld.

Beide Angeklagten hatten zu den Vorwürfen geschwiegen. Einer der Beschuldigten weinte, während die Anklageschrift verlesen wurde, der andere saß regungslos da. Laut Verteidigung bereuen die Angeklagten das Geschehene zutiefst.

Eine Verkehrspsychologin beurteilt den 28-jährigen Angeklagten anders: Er sei "massiv selbstüberschätzend" unterwegs gewesen. Bei dem Rennen sei es ihm darum gegangen, "zu gewinnen und dadurch sein Ego aufzuwerten". Der Mann habe kein Bewusstsein für seine eigene Schuld.

Auch die Anklage auf Mord stand während des Prozesses zur Diskussion. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die Männer hätten bei dem Rennen zwar niemanden vorsätzlich töten wollen, aber mögliche tödliche Folgen billigend in Kauf genommen. Dies entspräche einem sogenannten 'bedingten Vorsatz'. Die Verteidigung hat angekündigt, in Revision zu gehen.

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