23. Mai 2019 - 11:32 Uhr

Gaffer fotografieren Leiche: Polizist platzt der Kragen

Auf der Autobahn 6 bei Nürnberg übersieht ein Lastwagenfahrer das Stauende und kracht fast ungebremst in einen anderen Lastwagen. Die Fahrerkabine reißt ab, der 47-jährige Unfallfahrer wird eingeklemmt, er stirbt noch vor Ort. Als dann immer mehr Gaffer den Toten filmen, platzt Polizist Stefan Pfeiffer der Kragen. Welche harte Lektion er den Schaulustigen erteilt und wie sie reagieren, sehen Sie im Video.

„Schauen Sie ihn aus der Nähe an!"

Nach dem schweren Unfall war die dreispurige Autobahn zunächst komplett gesperrt.
Nach dem schweren Unfall war die dreispurige Autobahn zunächst komplett gesperrt.

"Sie wollen den Toten nicht sehen? Warum haben Sie dann Fotos gemacht? Los, kommen Sie und schauen Sie sich ihn aus der Nähe an", fordert Pfeiffer einen Lastwagenfahrer aus Ungarn auf. "Los, der Tote ist doch ihr Landsmann". Nachdem sich durch die zahlreichen Gaffer ein langer Stau gebildet hat, zwingt der Polizist gleich mehrere Fahrer, die Fotos gemacht haben, aus ihren Fahrzeugen auszusteigen - um noch bessere Aufnahmen von dem Toten zu bekommen.

"Sie müssen mal merken, was sie eigentlich tun"

Zwischen der Anschlussstelle Roth und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd behindern Gaffer den Verkehr.
Zwischen der Anschlussstelle Roth und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd behindern Gaffer den Verkehr.

"Das ist durchaus mal eine Möglichkeit, die Leute mit ihrem Verhalten zu konfrontieren", sagt Pfeiffer später im Interview über seine ungewöhnliche Schocktherapie. "Einfach bloß 128,50 Euro zu verlangen und sie wieder weiterzuschicken, da bin ich mir relativ sicher, dass der Lerneffekt gering ist. Die müssen mal merken, was sie eigentlich tun", sagt er über die Gaffer. Denn die Schaulustigen behindern nicht nur immer wieder Rettungs- und Bergungsarbeiten, Unfallopfer zu filmen, ist auch eine Straftat. Der Bundesrat fordert inzwischen deutlich härtere Strafen.