Tödlicher Streit um Einfahrt zu Mosterei-Gelände vor Gericht

Die Statue der Justitia. Foto: Arne Dedert/dpa/archivbild
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02. Juli 2020 - 15:42 Uhr

Das Landgericht Görlitz verhandelt ab Montag einen knapp zwei Jahre zurückliegenden ungewöhnlichen Fall. Ein 76-Jähriger ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge, Nötigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Er soll am 27. August 2018 im Streit um die Einfahrt zu einer Mosterei in Arnsdorf (Landkreis Bautzen) einen Mann bedroht und mit Absicht angefahren haben. Der 77-Jährige, der am Kopf verletzt wurde, brach zusammen und starb wenig später.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollten die Männer jeweils Äpfel bei der Mosterei abgeben. Wegen des großen Andrangs hatte sich eine Autoschlange vor dem Gelände gebildet. Der 77-Jährige stellte den Anderen wegen Vordrängelns zur Rede. Der aber sah sich im Recht, um kurz darauf auf den "Widersacher" zuzufahren, der sich seinem Auto in den Weg gestellt hatte. Der Geschädigte, der an Herzrhythmusstörungen litt, stand noch auf, brach dann aber an seinem Wagen zusammen und starb - wohl auch aufgrund der Aufregung.

Für den Prozess sind insgesamt fünf Verhandlungstage terminiert.

Quelle: DPA