Tödliche Strahlendosis am AKW Fukushima gemessen

Reparaturtrupps sind immenser Strahlung ausgesetzt

Nach einem schweren Leck in der Atomruine Fukushima haben die Reparaturtrupps an Tanks mit Kühlwasser weitere Spuren mit einer tödlichen Dosis Radioaktivität entdeckt. Wie der Betreiberkonzern Tepco laut japanischer Medien mitteilte, wurde neben einem Abwassergraben, der zum Meer führt, unter anderem Strontium festgestellt.

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An der Atomruine Fukushima wurde eine tödliche Strahlung Strontium gemessen.
dpa, Handout

Strontium gilt unter Experten als 'Knochenkiller'. Zuvor hatte Tepco an drei Tanks sowie einem Verbindungsrohr eine Strahlendosis von bis zu 1.800 Millisievert pro Stunde gemessen - wer einer solchen Dosis vier Stunden ausgesetzt ist, würde sterben.

Katastrophen-Übung am Jahrestag des Erdbebens von 1923

Nach einem schweren Leck in einem Tank für hochgradig verstrahltes Wasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren stellte Tepco inzwischen an drei weiteren Tanks hohe Konzentrationen von Radioaktivität fest. Möglicherweise seien weitere Lecks aufgetreten. Die Tanks bestehen aus mit Schrauben zusammengehaltenen Stahlplatten.

Allerdings gebe es keine Anzeichen dafür, dass der Wasserstand in den Stahltanks gesunken sei. Neben den Tanks wurden Wasserpfützen entdeckt. Woher dieses Wasser kommt, ist unklar.

Unterdessen hat Japan am 90. Jahrestag der Erdbebenkatastrophe vom 1. September 1923 bei landesweiten Katastrophenschutzübungen den Ernstfall geprobt. Erstmals seit der schweren Tsunami- und Atomkatastrophe vor mehr als zweieinhalb Jahren nahm auch die Provinz Fukushima an den jährlichen Großübungen teil, meldete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

Dort war es in Folge eines Erdbebens der Stärke 9,0 und eines Tsunamis am 11. März 2011, bei dem rund 20.000 Menschen starben, zum Gau im AKW Fukushima Daiichi gekommen.

Diese Katastrophe hatte den Japanern einmal mehr die permanente Erdbebengefahr auf schreckliche Weise vor Augen geführt. Am 1. September 1923 waren sogar 145.000 Menschen in ihren Häusern ums Leben gekommen, als ein Erdbeben der Stärke 7,9 die japanische Hauptstadt Tokio und weite Teile im nahen Yokohama in Schutt und Asche legte.

Bei den diesjährigen Übungen wurde ein Erdbeben vor der Pazifikküste Zentral- und Westjapans der Stärke 9,1, also etwa der gleichen Stärke des Bebens von vor zweieinhalb Jahren, angenommen. Mit einem solchen Beben im Nankai-Trog, einer der aktivsten Erdbebenzonen weltweit, rechnen Experten innerhalb der nächsten 30 Jahre. Nach dem schlimmsten angenommenen Szenario der Regierung in Tokio würden dabei schätzungsweise bis zu 323.000 Menschen ums Leben kommen.

Japan gehört zu den am stärksten von Erdbeben bedrohten Gebieten der Welt. Rund 20 Prozent aller weltweiten Erdbeben der Stärke 6 oder höher ereignen sich in Japan. Durch die tektonische Beschaffenheit des Landes gibt es praktisch keinen Ort in Japan, der nicht potenziell von einem verheerenden Beben betroffen sein könnte.