Viele der Toten von Hanau haben einen Migrationshintergrund

Schüsse in Hanau: Das wissen wir über die Opfer

21. Februar 2020 - 14:47 Uhr

Tobias R. eröffnete in zwei Shisha-Bars das Feuer

Tobias R. soll in Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen haben. Fünf Menschen wurden bei den Angriffen auf zwei Shisha-Bars und einen Kiosk verletzt. Inzwischen ist klar: Neun der Todesopfer haben einen Migrationshintergrund. Fünf davon seien türkische Staatsbürger, wie die türkische Botschaft in Berlin bestätigte.

Ein Opfer soll schwanger gewesen sein

Einer der Toten ist Ferhat Unvar. Der 23-Jährige hatte gerade seine Aubildung beendet und war gespannt auf seine Zukunft, wie sein Vater Metin Unvar im Gespräch mit RTL sagte. Dass sein Sohn unter den Todesopfern ist, habe er erst am nächsten Morgen erfahren, erzählt er. Bis etwa 6, 7 Uhr morgens habe ihm die Polizei angeblich keine Informationen geben können. Erst Donnerstagmorgen hätte man ihm die Todesnachricht überbringen können, so Metin Unvar verzweifelt.

Auch bei den anderen Toten und Verletzten handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Zufallsopfer, die sich gerade in den Shisha-Bars aufhielten, die der Schütze angriff. Can-Luca Fresenna, der Sohn des Kiosk-Besitzers, bestätigte im RTL-Interview, dass auch zwei Mitarbeiter des Kiosks bei der Schießerei starben. Ein Opfer soll schwanger gewesen sein, andere noch jugendlich, sagte er im RTL-Interview.

Gökhan Gültekin starb bei der Schießerei im Kiosk

Gökhan Gültekin starb bei dem Anschlag in Hanau
Gökhan Gültekin starb bei dem Anschlag in Hanau. Er wurde in einem Kiosk in Kesselstadt erschossen.
© Privat

Gökhan Gültekin wurde von den Kugeln des Täters tödlich getroffen. Er starb in dem Kiosk in Kesselstadt.

Auch Sedat C. kam bei dem Anschlag ums Leben. Er war Betreiber der Shisha Bar "Midnight".

Nurhan Agits Töchter wurden Augenzeugen der Gewalttat. Sie überlebten die Schießerei glücklicherweise unverletzt, die Mutter bangte aber die ganze Nacht um sie. Im RTL-Interview erzählt sie, dass der Sohn einer Freundin bei der Schießerei starb.

Muhammed Beyazkindir überlebte den Angriff auf die Shisha-Bar in Kesselstadt verletzt. Im Krankenhaus gab er dem türkischen Sender Haber-TV Türkei ein Interview. Er berichtet, dass nur vier Menschen lebend aus der "Arena Bar" im Stadtteil Kesselstadt herausgekommen seien. "Er hat auf alle geschossen, die er gesehen hat", berichtet der Verletzte.

+++ Alle aktuellen Informationen zu den Ereignissen in Hanau finden Sie in unserem Live-Ticker +++

Sedat G.., Betreiber der Shisha-Bar "Midnight", kam bei dem Anschlag in Hanau ums Leben
Sedat G.. kam beim Anschlag in Hanau ums Leben. Er war Betreiber der Shisha-Bar "Midnight".
© Instagram

Hilfetelefon für Betroffene der Gewalttat von Hanau eingerichtet

Wenn Betroffene der Gewalttat von Hanau Unterstützung benötigen, können sie sich an ein Hilfetelefon wenden. Unter der Nummer 0800 / 000 9546 können Betroffene ihr Anliegen vorbringen, wie der Beauftragte der Bundesregierung für die Opfer terroristischer Taten, Edgar Franke, am Donnerstag bei Twitter schrieb. Er wies zugleich auf weitere Hilfsangebote auf der Internetseite des Bundesjustizministeriums hin.