2018 M09 18 - 20:02 Uhr

Der 22-jährige Iraker Yousif A. wird aus der Haft entlassen

Drei Wochen hat Yousif A. im Gefängnis verbracht. Er und ein anderer Tatverdächtiger sollen in die tödliche Messerattacke auf einen 35-Jährigen in Chemnitz involviert sein. Jetzt wurde der Haftbefehl gegen den Mann aus dem Irak aufgehoben.

"Kein Tatzeuge bezichtigte meinen Mandanten der Tatbeteiligung."

Nach einem Haftprüfungstermin ließ das Amtsgericht Chemnitz Yousif A. frei. Dem Asylbewerber aus dem Irak wurde vorgeworfen, Ende August einen Mann mit einem Messer getötet und zwei weitere Personen schwer verletzt zu haben.

"Zeugen konnten ihn auf Lichtbildern nicht identifizieren", heißt es auf der Homepage des Rechtsanwalts Ulrich Dost-Roxin. "Die Polizei fand ein Messer mit Blutanhaftungen der Opfer. Aber Fingerabdrücke meines Mandanten befanden sich daran nicht."

Ein Verdächtiger in Haft, der andere auf der Flucht

Der 22-Jährige selbst soll nach Medieninformationen ausgesagt haben, bei der Tat zwar anwesend gewesen zu sein, allerdings mehrere Meter abseits gestanden zu haben. Neben Yousif A. sollen zwei andere Männer in die Tat verwickelt sein. Der Syrer Alaa S. bleibt deshalb bis auf Weiteres in Untersuchungshaft. Der dritte Verdächtige wird europaweit gesucht.

Tat in Chemnitz war Auslöser für rechte Demonstrationen

Als Reaktion auf die Messerattacke gab es in Chemnitz mehrere rechtsmotivierte Demonstrationen und fremdenfeindliche Übergriffe. Inzwischen laufen mehrere Ermittlungsverfahren gegen Personen, die Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet haben. Zwei Männer, die den Hitlergruß gezeigt haben, wurden zu fünf Monaten Haft bzw. acht Monaten auf Bewährung verurteilt.

Nun ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft von Chemnitz weiter, wie sich die Tat am 26. August genau abgespielt hat.