Tödliche Hundeattacke auf Jungen - Behörden weisen Kritik zurück

15. Februar 2016 - 0:32 Uhr

Nach dem Tod eines Dreijährigen in Sachsen- Anhalt durch Hundebisse haben die Behörden Kritik an ihrer Aufsichtspflicht zurückgewiesen. Sowohl die Familienhilfe für die junge Mutter als auch der Tierschutz seien nach Hinweisen aus der Bevölkerung aktiv geworden, sagte der Sprecher des Landkreises Wittenberg, Ronald Gauert. In beiden Fällen sei nach Prüfungen nichts zu bestanden gewesen. "Das, was in unseren Möglichkeiten drin war, haben wir geleistet."

Eine Familienhelferin habe die 21-Jährige in einer Wohnung in Wittenberg "bei der Erziehung ihrer Kinder und bei finanziellen Fragen" unterstützt, sagte Jugendamtsleiter Jörg Hartmann. Aus den Protokollen der Hausbesuche sei ersichtlich, dass eine "Förderungsbedürftigkeit für das dreijährige Kind" bestanden habe, sagte der Jugendamtsleiter.

Der Junge, der bei seiner Urgroßmutter in dem Nachbardorf Zörnigall von einem Rottweiler totgebissen wurde, war offenbar sprachlich und körperlich zurückgeblieben. Dass der offenkundig gefährliche Hund zur Familie gehörte, sei dem Jugendamt nicht bekanntgewesen. Ermittelt wird nun gegen die 76-jährige Urgroßmutter wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Sie sei derzeit die einzige Beschuldigte. Sie soll bei der Attacke geschrien, aber nicht eingegriffen haben.