Tödliche Attacken vor Ägypten

Experte: Darum könnten Haie so nah am Strand unterwegs sein

Experte: Darum könnten Tiere so nah am Strand sein Tödliche Hai-Attacken vor Ägypten
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Tödliche Hai-Attacken vor Ägypten
Experte: Darum könnten Tiere so nah am Strand sein

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Hai-Alarm vor Ägypten! In der Nähe des bekannten Badeorts Hurghada sind eine Österreicherin und eine Rumänin bei Hai-Angriffen ums Leben gekommen. Die 68 Jahre alte Österreicherin wurde beim Schwimmen angegriffen, das Tier biss ihr einen Arm und ein Bein ab. Die Frau starb später im Krankenhaus.

Die zweite Frau starb offenbar nach einem Angriff desselben Hais. Das teilte das ägyptische Umweltministerium in Kairo am Sonntag mit. Der Strand wurde vorerst geschlossen.

ARCHIV - 15.04.2020, Ägypten, Hurghada: Menschenleer ist der Badestrand von Hurghada. Unweit des ägyptischen Badeorts Hurghada ist eine Österreicherin nach einem Hai-Angriff gestorben. Der Hai habe sich der 68 Jahre alten Frau beim Schwimmen genähert
Der Strand im ägyptischen Hurghada
alf axs, dpa, Marcel Lauck

Ägypten: Zwei Frauen sterben nach Hai-Attacken

Der Strand wurde für drei Tage geschlossen. Die Kammer für Tauch- und Wassersport (CDWS) informierte ihre Mitglieder nach dem Zwischenfall über die Sichtung eines Makohais in der Gegend. Wassersport wie Tauchen, Schnorcheln, Kite- und Windsurfen seien während dieser Zeit in dem Gebiet nicht gestattet, hieß es.

Makohaie können ein Tempo von bis zu 70 Kilometern pro Stunde erreichen. Ausgewachsen können sie über 4 Meter lang und über 500 Kilogramm schwer werden. Im Roten Meer leben auch Hammerhaie, Weißspitzen-Hochseehaie, Seidenhaie und weitere Arten.

Lese-Tipp: Wie Sie sich am besten vor Haiangriffen schützen

Experte: Darum könnten Tiere so nah am Strand unterwegs sein

Dr. Philipp Kanstinger von WWF Deutschland erklärt, warum die Tiere so nah am Strand unterwegs sein könnten. Der Meeresbiologe sagt: „Was eine Erklärung wäre, dass die natürlichen Ressourcen des Haies überfischt worden sind.“ Denn klar ist: Menschen stehen normalerweise nicht auf dem Speiseplan der Tiere. Eine andere Erklärung: Die ägyptishe Stat Hurghada hat einen großen Hafen. Es könnte sein, dass Vieh-Transportschiffe tote Tiere ins Wasser geworfen haben. Die Kadaver könnten die Haie angelockt haben.

Das komplette Interview mit dem Hai-Experten sehen Sie oben im Video. Und: Tipps, wie Sie sich richtig verhalten bei einer möglichen Begegnung mit einem Hai.

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Haie im Roten Meer

Das Rote Meer ist unter anderem für Taucher ein beliebtes Reiseziel. Angriffe von Haien sind dort eigentlich sehr selten. Vereinzelt kam es aber auch hier zu tödlichen Attacken. 2018 starb ein Tourist aus Tschechien nach einem Hai-Angriff, 2015 kamen so auch ein Deutscher und 2010 eine deutsche Rentnerin ums Leben. Möglicherweise werden die Tiere durch Abfälle angelockt oder durch - eigentlich verbotenes - Futter und Köder von Ausflugsbooten.

Für Tauch-Anbieter, die auch Tauchgänge zu Haien anbieten, sind die Raubfische eine wichtige Einnahmequelle. Laut Mahmud al-Hanafi, Professor für Meeresbiologie an der Suezkanal-Universität, kann ein Hai mit einer Lebensdauer von 20 Jahren einen wirtschaftlichen Wert von bis zu vier Millionen Dollar (3,8 Mio Euro) erreichen. Haie zu füttern oder mit rohem Fleisch zu ködern, ist verboten. (dpa/lth)