Der Covid-19-Patient über die Zeit vor und nach dem künstliche Koma

Sterbenskranker Familienvater: 15 Minuten für Abschieds-Anruf bei Familie

08. Mai 2020 - 15:32 Uhr

Darren Buttrick überlebt Covid-19-Erkrankung

Es muss die schlimmste Viertelstunde im Leben von Darren Buttrick und seiner Familie gewesen sein. Der Familienvater aus dem britischen Dorf Coven erkrankt schwer an Covid-19, muss auf die Intensivstation – und damit rechnen, zu sterben. Bevor man ihn ins künstliche Koma versetzt, gibt man ihm 15 Minuten Zeit, seine Familie anzurufen. Wie er diese Minuten erlebte, erzählt er im Video. 

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"Es war einfach schrecklich, das erklären zu müssen"

Darren Buttrick
Darren Buttrick
© Darren Buttrick / Instagram

Die Krankheit ereilt den 48-Jährigen unvermittelt, es gibt keine Vorerkrankungen, als er im März notfallmäßig ins Hospital der 260.000-Einwohner-Stadt Wolverhampton in den West Midlands eingeliefert wird. In bewegenden Worten schildert er seine Geschichte. Es ist ein bewegendes Statement eines Menschen, der weiß, welches Glück er im Unglück hatte. Es ist ein Statement daran, die Pandemie nicht zu unterschätzen, die Gefahr ernst zu nehmen.

"Ich hatte Mühe, die Nummern auf meinem Telefon überhaupt zu wählen", erzählt der dreifache Familienvater dem britischen TV-Sender "Sky News". "Ins Kontaktverzeichnis zu gehen, die Nummern auszuwählen, die Familie anzurufen, Freunde anzurufen. Es war einfach schrecklich, das erklären zu müssen."

„Mach dir keine Sorge, wir werden dich retten“

Auch die Familie ist unter Schock, wie paralysiert. Sie sei zu Boden gefallen, unfähig, sich zu bewegen, schildert Ehefrau Angela. Darren kämpft um sein Leben, bekommt eines der 54 Intensivbetten des Hospitals. Bevor er ins Koma versetzt und künstlich beatmet wird, fleht er Ärzte und Helfer an, ihn nicht sterben zu lassen. "Mach dir keine Sorge, wir werden dich retten", tröstet ihn eine Schwester, bevor er das Bewusstsein verliert. Was Buttrick nach dem Koma erlebte, erzählt er oben im Video.

Buttrick überlebt, ist mittlerweile wieder zuhause, im Kreise seiner Liebsten. Zutiefst dankbar, sehr nachdenklich. "Es war die erschreckendste Erfahrung, die ich je hatte. (…) Ich bin der Glückliche. (…) Diese Bilder leben mit mir und bringen mich zum "einen, während ich das schreibe", postet er in sozialen Netzwerken. Nach diesem Erlebnis verbringt Buttrick mehr Zeit mit seiner Familie und telefoniert viel mit seinen Verwandten. 

Sein Appell an alle Menschen: die Ratschläge ernst zu nehmen, sich an social distancing zu halten, um andere zu schützen.

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