Todeshitze im Ramadan: Über 750 Menschen sterben in Pakistan

24. Juni 2015 - 10:04 Uhr

10.000 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt

Eine extreme Hitzewelle hat in Pakistan binnen fünf Tagen mehr als 750 Menschen das Leben gekostet. Allein die Hafenstadt Karachi zählte seit dem Beginn des Fastenmonats Ramadan am vergangenen Freitag nach Behördenangaben mehr als 700 Hitzetote. Seit Tagen herrschen in der Stadt Temperaturen um die 45 Grad. Andernorts in den Provinzen Sindh und Punjab starben nach Informationen von Rettungsorganisationen ebenfalls Dutzende Einwohner. Auch für Tiere ist die Hitzwelle eine große Belastung.

Hitzewelle in Pakistan
In Pakistan sind inzwischen mindestens 500 Menschen durch Hitze gestorben.
© REUTERS, AKHTAR SOOMRO

Inzwischen würden mehr als 10.000 Menschen in Krankenhäusern wegen eines Hitzschlags oder Erschöpfung behandelt, sagte Ijaz Afzal von der Gesundheitsbehörde. Die Opferzahl könne daher noch steigen. Im Ramadan essen und trinken gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts, die hohen Temperaturen sind für fastende Menschen besonders gefährlich.

Im Zoo von Karachi herrscht Sorge um die Gesundheit vor allem großer Tiere wie Elefanten, Tiger oder Löwen. Die unerträgliche Hitze mache ihnen schwer zu schaffen, sagte Tazeem Naquvi, einer der Verantwortlichen im Zoo. Der von den britischen Kolonialherren gegründete Zoo ist der größte Pakistans und beherbergt etwa 400 Tiere.

In Südasien sterben jeden Sommer zahlreiche Menschen wegen der Hitze. In Pakistans Nachbarland Indien waren im April und Mai fast 2.500 Menschen bei ähnlich hohen Temperaturen zu Tode gekommen.