Pharmakonzern AstraZeneca

Teilnehmer von Corona-Impfstoffstudie gestorben - er bekam offenbar Placebo

FILE PHOTO: A test tube labelled with the Vaccine is seen in front of AstraZeneca logo in this illustration taken
© REUTERS, DADO RUVIC, /FW1F/Bill Berkrot

22. Oktober 2020 - 12:39 Uhr

Trotz Todesfall: Testprogramm wird fortgesetzt

Todesfall bei Corona-Impfstoffstudie in Brasilien: Ein Proband der klinischen Studie vom Pharmakonzern AstraZeneca ist gestorben. Das hat die brasilianische Gesundheitsaufsicht am Mittwoch bekannt gegeben. Einzelheiten zum Todesfall sagte die Behörde mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht nicht. Das Testprogramm werde fortgesetzt. Die brasilianische Nachrichtenseite "O Globo" berichtet unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass der Teilnehmer in einer Kontrollgruppe gewesen sei und den Impfstoff nicht erhalten habe. Dem Bericht zufolge starb er an Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung.

Studie wird fortgesetzt

Die Universität Oxford, die bei der Entwicklung des Impfstoffs mit AstraZeneca kooperiert, erklärte, eine sorgfältige Analyse des Todesfalls in Brasilien habe keine Anhaltspunkte für Sicherheitsprobleme ergeben. Neben der brasilianischen Behörde hätten auch unabhängige Kontrolleure zur Fortsetzung der Studie geraten. Die Universität von Sao Paolo, die die Studie in Brasilien mit koordiniert, erklärte, der Verstorbene sei Brasilianer gewesen.

AstraZeneca führt klinische Studien mit seinem Präparat auch in Großbritannien, Südafrika, Indien und Japan durch. Das Unternehmen hatte das Programm aber wegen einer ungeklärten Erkrankung bei einem Probanden unlängst unterbrechen müssen. Eine Genehmigung zur Wiederaufnahme der Studie in den USA steht noch aus. Am Dienstag hatten Insider gesagt, die US-Gesundheitsbehörde FDA könne aber noch diese Woche grünes Licht geben. AstraZeneca gehört zum Kreis der führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus.