Informationen über Eltern-Beschwerden zuvor

Haftbefehl wegen Mordes in Viersen: Erzieherin soll Kita-Kind getötet haben

Viersen: Kita-Kind getötet
© RTL West

25. Mai 2020 - 10:43 Uhr

Viersen: Kita-Kind soll bereits im April gestorben sein

In einer Viersener Kita soll ein Mädchen (3) von einer früheren Erzieherin getötet worden sein. Die 25-Jährige sei festgenommen worden und befinde sich wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Mönchengladbach am Freitag mit. Nach RTL-Informationen haben sich Eltern der Kinder aus der betroffenen Kindertagesstätte in Viersen schon vor dem Vorfall über die Erzieherin beschwert. Die Frau sei schon einmal zuvor gewalttätig gegenüber Kindern gewesen.

Ermittler in Viersen sicher: "Mädchen durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen"

Nach Angaben der Ermittler war es bereits am 21. April in einer Viersener Kita zu einem Notarzteinsatz gekommen, da das Kind nicht mehr atmete. Das Mädchen sei am 4. Mai im Krankenhaus gestorben. Die Klinik hatte die Polizei alarmiert, da den Ärzten der Fall verdächtig vorkam. Nach der Obduktion war laut den Ermittlern klar, "dass das Mädchen durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen ist". Nach RTL-Informationen ergab die Obduktion, dass es massive Gewalteinwirkung gegen Hals und Brustkorb des Kindes gegeben hatte.

Am vergangenen Dienstag wurde die 25-Jährige als Tatverdächtige festgenommen und einen Tag später dem Haftrichter vorgeführt. Inzwischen ist die Frau nicht mehr in der Kita beschäftigt, weshalb Polizei und Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung von einer ehemaligen Erzieherin berichteten. Ob der Frau erst nach ihrer Festnahme gekündigt wurde oder sie bereits vorher ausgeschieden war, blieb unklar.

Viersens Bürgermeisterin sprach Mutter des toten Mädchens Anteilnahme aus

"Das Entsetzen über den Verdacht, dass ein solches Geschehen sich in einer Kindertagesstätte ereignet haben könnte, hinterlässt uns sprachlos", sagte die Viersener Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) laut Mitteilung am Freitag.

Sie habe der Mutter des toten Mädchens bereits persönlich ihre Anteilnahme ausgedrückt. "Meine Gedanken sind aber auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den anderen Eltern und Kindern der betroffenen Kita. Auch für diese Menschen bedeutet der Verdacht eine schwere Prüfung." Die Stadt werde die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin in vollem Umfang unterstützen, versicherte Anemüller. Das Kind ist nach Angaben der Stadt bereits bestattet worden. Zum Vater des Mädchens gibt es gegenwärtig noch keine Informationen. 

Kindesmisshandlung erkennen - Hilfe für Eltern

Bei Misshandlung sind Kinder auf Hilfe angewiesen, umso mehr, je jünger sie sind. Doch wie kann man Kindesmisshandlung erkennen und was können Eltern oder Bekannte tun? Wird ein Kind beispielsweise geschlagen oder auf eine andere Weise körperlich misshandelt, ist die Gewaltanwendung meistens direkt zu erkennen. Die Polizeiliche Kriminalprävention rät in solchen Fällen Fachleute von Beratungsstellen, Jugendämtern und der Polizei einzuschalten. Deutlich schwieriger wird es bei psychischer Misshandlung, die kaum sichtbare Spuren hinterlässt. Wie man erkennen kann, ob ein Kind Opfer von psychischer Misshandlung wurde, erklärt Pädagogin und Buchautorin Anke Elisabeth Ballmann.