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Tod eines 22-Jährigen in Köthen: Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Afghanen

Tod eines 22-Jährigen in Köthen: Anklage gegen zwei Afghanen
Tod eines 22-Jährigen in Köthen: Anklage gegen zwei Afghanen Was geschah in der Nacht zum 9. September? 00:32

Tatvorwurf: gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge

Rund sechs Wochen nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen und zwei Verdächtige angeklagt. Den beiden Afghanen wird gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.

22-Jähriger nach nächtlichem Streit gestorben

Rechter Trauermarsch nach Tod eines 22-jährigen in Koethen Ca. 2500 Menschen folgen nach dem Tod eines 22-jährigen Mannes einem Aufruf von rechtsradikalen Gruppen zu einem Trauermarsch in Köthen. Nach einer Auseinandersetzung zwischen zwei afghanisch
Rund 2.500 Menschen waren bei dem Trauermarsch in Köthen dabei. © imago/Christian Mang, Christian Mang, imago stock&people

Sie sind 17 und 18 Jahre alt und afghanische Staatsbürger. Die beiden sitzen seit dem Vorfall Anfang September in Untersuchungshaft. Bei der Anklage, die am Donnerstag beim Landgericht eingegangen sein soll, geht es um mutmaßliche Körperverletzung mit Todesfolge. Ein 22-Jähriger ist in der Nacht zum 9. September nach einem Streit an einem Infarkt gestorben.

Nach den Ermittlungen soll er sich schlichtend in einen Streit zwischen den beiden Afghanen eingeschaltet haben. Dabei sollen die Tatverdächtigen dem herzkranken Mann ins Gesicht geschlagen haben. Der 22-Jährige ist noch in der Nacht gestorben. 

Neben Zeugenbefragungen wertete die Staatsanwaltschaft auch die Daten des Herzschrittmachers des Toten aus. Weitere Details zum Ergebnis der Ermittlungen teilte die Behörde jedoch nicht mit.

Der Marktplatz gehörte den Rechten

Der Vorfall hat sich Anfang September zugetragen. Danach haben in Köthen mehrere Demonstrationen stattgefunden. Nach Polizeiangaben waren unter den Protestlern auch einige Hundert Rechtsextreme, die den Angriff für ihre Zwecke instrumentalisiert haben. Im Zuge der Demonstrationen wurden mehrere Menschen aus der rechten Szene festgenommen und verurteilt, unter anderem, weil manche von ihnen den Hitler-Gruß gezeigt haben. 

Zuletzt hatte die rechte Szene Ende September in die Kleinstadt mobilisiert. Ein Fest für Weltoffenheit der Hochschule Anhalt war deshalb verschoben worden, weil den Rechten als Erstanmelder der Marktplatz als Versammlungsort zustand. 

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Staatsanwaltschaft lobte Zusammenarbeit mit Polizei

Die Ermittlungen zu dem Todesfall hätten durch die gute Zusammenarbeit mit Polizei und Rechtsmedizin schnell abgeschlossen werden können. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass die Beschuldigten 18 und 20 Jahre alt seien. Im Rahmen der Ermittlungen habe sich aber herausgestellt, dass einer der beiden nicht 20, sondern erst 17 Jahre alt sei. Ob die Afghanen für den Tod des 22-Jährigen verantwortlich sind, muss jetzt ein Richter klären.

Quelle: DPA / RTL.de

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