Hat die damals 14-Jährige ihren eigenen Vater getötet?

Tochter im "Stückel-Mord"-Prozess von Dammfleth angeklagt

Prozess wegen gemeinschaftlichen Mordes
© dpa, Bodo Marks, bom lof kat

21. Oktober 2020 - 16:31 Uhr

Erschossen, zersägt und einbetoniert

Sie war zum Tatzeitpunkt gerade einmal 14 Jahre alt. Ab heute muss sich ein 17-jähriges Mädchen vor dem Itzehoer Landgericht verantworten – wegen Mordes an ihrem eigenen Vater. Die Anklage wirft ihr Mittäterschaft vor. Das Mädchen soll ihrer Mutter und deren neuem Lebensgefährten geholfen haben, ihren Vater aus dem Weg zu räumen.

Mutter und neuer Lebensgefährte haben schon lebenslang für Grusel-Mord bekommen

Im Frühjahr 2017 haben die Mutter Jessica M. (37) und ihr neuer Partner Yasar S. (47) das Opfer in ein Kinderzimmer des gemeinsam bewohnten Reiterhofes im schleswig-holsteinischen Dammfleth gelockt. Laut Staatsanwaltschaft soll die angeklagte Tochter dabei geholfen haben. Danach haben sie den Vater mit zwei Schüssen in den Hinterkopf getötet, ihm die Gliedmaßen abgetrennt und ihn später einbetoniert. Das Pärchen muss lebenslang ins Gefängnis, wie das Landgericht Itzehoe bereits im Februar geurteilt hat.

Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der 17-Jährigen wird zu dem gesamten Verfahren keine Öffentlichkeit zugelassen.

Insgesamt hat das Gericht neun Termine für den Prozess anberaumt. Ein Urteil könnte am 15. Januar 2021 fallen. Die Angeklagte war zum Tatzeitpunkt Jugendliche. "Das bedeutet, sie hat keine lebenslange Freiheitstrafe zu erwarten, die sonst zwingend wäre für einen Mord, sondern sie müsste mit einer Jugendstrafe bis zu zehn Jahren rechnen", so Staatsanwalt Jan-Hendrik Schwitters in Itzehoe. Da die Angeklagte zum Tatzeitpunkt minderjährig war, verhandelt die Jugendkammer. Es ist der zweite Prozessstart, da ein erstes Verfahren wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste.

Quelle: DPA / RTL.de