Tochter (1) und Ex-Freundin im Hamburger S-Bahnhof erstochen – Prozess gegen Vater beginnt

Gedenken in Hamburg
Blumen und Kerzen am Tatort am S-Bahnsteig Jungfernstieg.
deutsche presse agentur

Mourtala M. und Sandra P. waren drei Monate ein Paar

Mourtala M. soll seine einjährige Tochter und seine Ex-Freundin Sandra P. im April in der belebten S-Bahnstation Jungfernstieg mitten in der Hamburger City erstochen haben. Das Kind starb noch auf dem Bahnsteig, die 34-jährige Mutter kurz darauf im Krankenhaus. Der Vater hatte die Tat bereits im Vorfeld gestanden. Jetzt muss er sich wegen zweifachen Mordes vor dem Hamburger Landgericht verantworten.

Am Tag vor der Tat verlor Mourtala M. das Sorgerecht

Monatelang hatte Mourtala M mit Sandra P. um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter (1) gestritten. Am 11. April sprach es der Richter dann seiner Ex-Freundin zu. Einen Tag später soll Mourtala M. die schreckliche Tat im Hamburger S-Bahnhof Jungfernstieg begangen haben.

Nun wird der Fall vor dem Hamburger Landgericht verhandelt. Der Prozess soll mit einer Aussage des Angeklagten beginnen. Ihm wird zweifacher Mord vorgeworfen. Die Tat sei aus Heimtücke und niederen Beweggründen begangen worden, so die Anklage.

18 Zeugen und drei Sachverständige sind nach Angaben eines Gerichtssprechers vorgesehen. Ein Psychiater wird den Prozess verfolgen und am Ende beurteilen, ob der Angeklagte schuldfähig ist. Laut Gerichtssprecher stand er bei der Tat nicht unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol. Das Gericht hat zunächst 15 Verhandlungstage bis Anfang Dezember geplant.

Der Vater schnitt seiner Tochter in den Hals

Am Morgen vor der Bluttat hat Mourtala M. seine Tochter noch in den Händen gehalten - unter Aufsicht eines vom Jugendamt beauftragten Trägers. Nach einer Stunde holte die fünffache Mutter Sandra P. ihre Tochter wie vereinbart wieder ab. Mit dabei waren ihr dreijähriger Sohn und ihr neuer Freund. Am S-Bahnsteig Stadthausbrücke kam es laut Anklage zu einem Zusammentreffen mit dem Ex-Partner. Alle seien in dieselbe S-Bahn gestiegen. Dort habe es Streit zwischen der 34-Jährigen und dem Angeklagten gegeben. Am Jungfernstieg stiegen alle aus.

Plötzlich zog der Angeklagte der Staatsanwaltschaft zufolge ein Messer mit einer 19 Zentimeter langen Klinge, verletzte seine in einem Buggy sitzende Tochter am Bauch und versetzte ihr einen Schnitt am Hals. Dann stach er der Mutter in den Rücken und ergriff die Flucht. Das Kind starb noch am Tatort. Die Mutter erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus.

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Mourtala M. kam 2013 als Flüchtling nach Hamburg

Hamburg Messerangriff
Mourtala M. wird Mord in zwei Fällen vorgeworfen.

Mourtala M. hatte laut Ermittlern selbst den Notruf gewählt. Wenig später wurde er in der Einkaufsmeile Mönckebergstraße festgenommen, also nicht weit vom Tatort entfernt. Die Tatwaffe wurde in einem Mülleimer im Bahnhof Jungfernstieg gefunden. Die Behörden nahmen sich der vier Halbbrüder des getöteten Mädchens an.

Mourtala M. kam 2013 aus Niger mit der Lampedusa-Gruppe als Flüchtling nach Hamburg.


Quelle: DPA/RTL.de